Partygäste vermöbeln die Polizei

von Redaktion

An diese Party werden sich die Schüler einer Sendlinger Realschule noch lang erinnern – aber nicht, weil sie so fröhlich war, sondern weil sie völlig eskaliert ist.

VON ANDREAS THIEME

Freitagabend in der Lindwurmstraße: Es ist kurz nach Mitternacht, in einem Innenhof wummern die Bässe. Anwohner rufen die Polizei, weil sie sich gestört fühlen, eine Streife aus dem Westend rückt an. Dort treffen die Beamten zunächst auf rund 30 Partygäste – die meisten sind noch nicht oder gerade volljährig. Unter ihnen soll es nachts zu Beleidigungen und auch zu Schlägereien gekommen sein. Als die Beamten sie zur Rede stellen, bricht plötzlich Chaos aus.

Polizeisprecher Sven Müller: „Elf Personen zwischen 17 und 20 Jahren versammelten sich vor der Partyörtlichkeit und urinierten vereinzelt an den Streifenwagen. Dazu beleidigten und bedrohten sie die Beamten.“ Die Schüler ignorieren einen Platzverweis, den ihnen die Polizisten erteilen. Die Beamten fordern Verstärkung an.

40 Beamte rückten an, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Das gelang zunächst aber nicht. Der Polizeisprecher: „Mehrere Partygäste griffen die Beamten mit Faustschlägen und Tritten an, wodurch mehrere Kollegen verletzt wurden.“ Trotzdem konnte die Polizei drei mutmaßliche Täter festnehmen, auch durch den Einsatz von Pfefferspray.

Nun versuchten andere Partygäste, ihre Kumpel zu befreien. Sie warfen sogar Glasflaschen auf die Polizisten. Zwei Beamte wurden bei diesen Attacken verletzt und mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

Vier Angreifer wollten aus dem Getümmel fliehen – vergebens: Die Polizisten waren schneller und nahmen die Flüchtigen nach kurzer Verfolgung fest. „Es drohen Anzeigen wegen Landfriedensbruchs, Angriffs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie gefährlicher Körperverletzung und versuchter Gefangenenbefreiung“, sagt Polizeisprecher Sven Müller. Den jugendlichen Randalierern droht demnächst auch ein Gerichtsprozess.

Insgesamt sieben Beamte seien bei dem Einsatz leicht verletzt worden, sagt Müller. Alle seien aber wieder dienstfähig.

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