Zu hohe Risiken für die Besucher

von Redaktion

Die Chancen für den Erhalt sowie eine kulturelle und gastronomische Nutzung des Hochkamins am Heizkraftwerk Süd stehen schlecht. Stadtwerke und Wirtschaftsreferat lehnen den Vorschlag aus finanziellen Gründen und wegen Sicherheitsaspekten ab. Am Dienstag befasst sich der Stadtrat mit dem Thema.

Wie berichtet, hat der Veranstalter und Gastronom Daniel Hahn („Bahnwärter Thiel“, „Alte Utting“) den Stadtwerken ein Nutzungskonzept vorgelegt. Er hält ein Energiemuseum sowie eine Aussichtsplattform mit Café in luftiger Höhe für vorstellbar. Der Kamin des Heizkraftwerks in Sendling ist mit 176 Metern das zweithöchste Gebäude in München nach dem Olympiaturm. Die Stadtratsfraktion der Grünen hatte nach Hahns Idee eine Machbarkeitsstudie zum Erhalt und einer möglichen Zwischennutzung beantragt.

Von den Stadtwerken (SWM) kommt nun jedoch ein klares Nein. Sie wollen den Kamin noch heuer abreißen. Der Erhalt sei sowohl aus wirtschaftlichen Gründen als auch unter dem Sicherheitsaspekt nicht darstellbar, heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. Die SWM beziffern die Sanierungskosten auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Dazu kämen Betriebskosten „in beträchtlicher Höhe“. Zudem unterliege der Standort Heizkraftwerk Süd speziellen Sicherheitsvorschriften. Diese widersprächen einer öffentlichen Nutzung bei laufendem Betrieb der Anlage: „Die Stadtwerke können die Risiken für die Besucher einerseits, aber auch für die kritische Infrastruktur nicht tragen.“

An dem Standort ist eine Geothermie-Anlage geplant. Die bestehenden zwei Gas- und Dampfturbinenanlagen sollen modernisiert beziehungsweise erneuert werden. Dazu soll ein neuer, etwa 100 Meter hoher Stahlschornstein entstehen. Eine Weiternutzung des alten Kamins halten die Stadtwerke für ineffizient. KLAUS VICK

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