Auf den Hund gekommen

von Redaktion

Für gut 9000 Tierliebhaber wurde das MTC am Wochenende zum Anziehungspunkt. Auf 5000 Quadratmetern gab es bei der Supreme Heimtiermesse alles, was das Haustierherz begehrt. Zudem wurde die schönste französische Bulldogge Münchens gekürt – unsere Mitarbeiterin saß dabei in der Jury.

VON ANNABELL PAZUR

Es wedelt und wuselt, es wufft und waut – und irgendwie riecht es auch etwas streng. Die Heimtiermesse empfängt ihre Besucher mit einem sehr eigenen Geruch: einer Kombination aus Heu, Katzenstreu und Hundefutter. Zwischen den 5000 Besuchern drängen sich sich immer wieder schwanzwedelnde Vierbeiner in die erste Reihe. Kein Wunder, schließlich gibt es hier mit kunterbuntem Tierspielzeug, schmackhaften Leckerli und flauschigen Kuschelkörbchen unzählige Verlockungen. Und die zweibeinigen Besitzer können sich gleich noch auf die Suche nach dem perfekten Staubsauger im Kampf gegen das allgegenwärtige Hundehaar machen.

Eine Schönheitskönigin wird auch noch gekürt – gesucht wird die schönste Bulldogge Münchens. In drei verschiedenen Kategorien kämpfen rund 15 Hunde, mit Unterstützung ihrer Herrchen, um den Titel. Die kurze Nase vorn hat die dreijährige Mimi. Bis es so weit ist, muss sie auf dem Catwalk – eine besondere Herausforderung für einen Hund – zeigen, wie gut sie an der Leine laufen und vor der Jury posen kann. „Der Hund darf nicht zu stark an der Leine ziehen, er muss auf sein Herrchen achten“, erklärt Tom Frisch, einer der Juroren, die Schwierigkeit. Im Anschluss heißt es: gehorsam sein. Die Bulldogge muss brav am Platz verharren während das Herrchen Leckerlis im Raum verteilt. „Gar nicht so leicht“, verrät Frisch. „Bulldoggen essen jedes noch so kleine Leckerli.“ Bei der letzten Disziplin müssen Hund und Herrchen ein Kunststück aufführen. Mimi und Halter Christoph Piecha zeigen das Hütchenspiel: Das Herrchen legt ein Leckerli unter einen von drei Bechern, vertauscht diese und die Bulldogge muss herausfinden, unter welchem Becher es sich befindet. Mimi gelingt, woran Italien-Touristen immer wieder scheitern. „Ich hab ihr das mit den Bechern vor zwei Tagen beigebracht“, sagt der stolze Besitzer, „sie ist einfach ein unglaublich intelligenter Hund“. Die Zweitplatzierte Bettina Seeor und ihr Hund Schorsch sind nicht traurig: „Ich bin Züchterin und der Siegerhund Mimi stammt aus einer meiner Züchtungen“, sagt Seeor nach dem Wettkampf.

Bei der Heimtiermesse dreht sich längst nicht alles nur um den Hund: Florian Obermüller etwa präsentiert seine Papageien und kämpft gleichzeitig für eine bessere Haltung der bunten Vögel. „In Deutschland werden ungefähr 100 000 Papageien gehalten. Die Veterinärämter können natürlich nicht jeden Haushalt überprüfen“, sagt er. Die Tiere würden bis zu einhundert Jahre alt werden, eine solche lange Zeitspanne in einem beengten Käfig von gerade mal zwei Metern Größe zu verbringen, sei einfach nur Tierquälerei. Obermüller geht mit seinen beiden Papageien Zazu und Saphira deshalb so oft es geht ins Freie und lässt die Vögel frei fliegen. Gerne an der Kampenwand oder auf der Herreninsel im Chiemsee – sie sind noch jedes Mal zurückgekommen.

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