Bürger für Bürger

von Redaktion

MARC KNIEPKAMP

Immer weniger Menschen können sich das Leben in München noch leisten, der Hauptgrund dafür sind die hohen Mieten. Im Kampf gegen diese hohen Preise braucht es kreative Ideen und den Mut, diese auch durchzusetzen. Beides scheint OB Reiter zu haben. Sein Vorschlag für einen Bürgerfonds ist mehr als nur Wahlkampfgetöse ein Jahr vor der Kommunalwahl.

Klar ist: Der Wohnungsmarkt hat versagt. Die Preise schießen durch die Decke, sind für Polizisten, Frisöre und Krankenschwestern kaum noch bezahlbar. Das liegt auch daran, dass auf dem Immobilienmarkt Investoren unterwegs sind, denen es um die maximale Rendite geht – und denen die Zusammensetzung ihrer Mieterschaft herzlich egal ist. Eine Vierzimmer-Wohnung für zwei Opernbesuche im Jahr? Warum nicht, solange der Preis stimmt. Wohin das führt, lässt sich in London oder Paris beobachten – abschreckende Beispiele einer gnadenlosen Preisspirale.

Die Idee, diesem Wahnsinn mit bürgerschaftlichem Engagement entgegenzutreten, hat jede Menge Charme. Normale Menschen – die sich in München längst kein Eigentum mehr leisten könnten – tun sich mit anderen zusammen, um günstigen Wohnraum zu schaffen oder zu erhalten. Dass die Menschen bereit sind, sich auf diese Art für die Gemeinschaft einzusetzen, zeigen die Bürger durch ihr Engagement in Vereinen, Genossenschaften oder Stiftungen. Eine moderate Rendite und eine lebenswerte Stadt für alle wären der Lohn dafür!

Sie erreichen den Autor unter Marc.Kniepkamp@ovb.net

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