Luisi ist wieder da! Brigitta Cimarolli (60) hat ihren Pomeranian zurückbekommen und ist überglücklich. Doch die Umstände, unter denen Luisi wieder zu seiner Besitzerin zurückkehrte, sind mysteriös: „Das war ein abgekartetes Spiel“, sagt Cimarolli. Sie vermutet eine Entführung, ihr Finderlohn von 1000 Euro sei eher ein „Lösegeld“ gewesen. Hundediebe seien unterwegs, um teure Rassehunde zu stehlen und sie dann entweder auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen – oder eben für einen Obolus an die Besitzer zurückzugeben.
Was war passiert? Nur mal eben in die Drogerie wollte Brigitta Cimarolli (60) am vergangenen Donnerstag. Ihre beiden Hunde Lennox und Luisi mussten draußen warten – klar, Hunde sind drinnen ja nicht erlaubt.
Als Cimarolli fünf Minuten später aus dem Geschäft an der Hohenzollernstraße kam, war einer ihrer Hunde weg. Der Krimi um den Pomeranian Luisi begann.
„Ich habe sofort 75 Plakate gedruckt und überall aufgehängt“, sagt Cimarolli. Auch mit dieser Zeitung nahm sie Kontakt auf (wir berichteten). Mindestens 50 Mal sei sie auf den vermissten Vierbeiner angesprochen worden, zahlreiche Menschen meldeten sich per Telefon.
Einer davon war laut eigener Aussage Amerikaner. Er habe den Hund beim Möbelhaus Bretz gesehen, circa 250 Meter von der Drogerie entfernt. Ob sie sich den Ort mal anschauen wolle, habe er gefragt. Dankbar für jeden Hinweis ging sie hin, traf den Mann am Möbelhaus.
„Er war sehr nett, schenkte mir sogar ein Hundehalsband“, sagt Cimarolli. Dann tauchte eine Frau auf mit einer großen Tasche. Sie öffnete den Reißverschluss, in der Tasche saß Luisi. „Ich habe sofort angefangen zu weinen“, sagt Cimarolli.
Sie nahm den Hund, die Finder verlangten die 1000 Euro Belohnung. „Ich hatte aber nur 450 Euro dabei“, sagt Cimarolli.
Zwei Minuten später bekam sie einen weiteren Anruf: Zwei Mädchen waren am Telefon. Sie waren Cimarolli und Luisi am Donnerstag begegnet, hatten den Hund vor der Rossmannfiliale gestreichelt. Dann aber seien zwei junge Leute auf einem Motorrad vorbeigekommen und hätten den Mädchen erzählt, sie seien „Freunde von Luisi“.
Cimarolli war alarmiert und sagte dem Pärchen, dass sie den Rest nicht bezahlen werde – zahlte letztlich aber doch. „Der Druck, den die beiden ausgeübt haben, war enorm“, sagt Cimarolli.