Ein echtes Kraft-Stangerl

von Redaktion

Am Viktualienmarkt wurde die Spargelsaison eingeläutet – dort kostet das Kilo derzeit zwischen 14 und 18 Euro

Jetzt im Frühling ist der Spargel wieder in aller Munde. Gestern gab es zur Saisoneröffnung gleich eine Kostprobe des Gemüses auf dem Viktualienmarkt: Sternekoch Hans Haas (Tantris) hat 80 Liter Spargelcremesuppe gratis an die Münchner verteilt. Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) ließ es sich schmecken: Gemeinsam mit der Schrobenhausener Spargelkönigin Lena Hainzlmair (21) hatte die Politikerin die Saison mit einem symbolischen Anstich eröffnet. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen: „Zwischen 18 und 22 Grad, Sonne und hin und wieder Regen wären optimal. Wir hoffen, dass es nicht zu heiß und zu trocken wird“, sagt Claudia Westner, Vorsitzende der Spargel-Erzeugergemeinschaft Südbayern.. Denn Trockenheit verkürze die Saison.

Rund 1,9 Milliarden Stangerl Spargel vertilgen die Deutschen laut Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft im Jahr. Tendenz steigend: 2018 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei durchschnittlich 1,5 Kilo (1997: 800 Gramm). 538 bayerische Spargelanbaubetriebe fuhren 2018 eine Erntemenge von 23 354 Tonnen Spargel ein. Das Ende der Spargelzeit ist traditionell am 24. Juni. Bis dahin heißt es: Ran an die Stangerl!

Denn das Saisongewächs gehört zu den gesündesten Gemüsesorten überhaupt. „Spargel besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Bei gerade mal 20 Kalorien pro 100 Gramm ist er der Schlankmacher schlechthin, weil er wegen der vielen Ballaststoffe auch satt macht“, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Spargel vereint mehr als zehn verschiedene Vitamine. Zudem wirkt er entwässernd, entgiftend und soll dank des Vitalstoffgehalts auch das Liebesleben aktivieren.

Doch das Edelgemüse hat seinen Preis. Denn die Spargelernte ist immer noch hauptsächlich Handarbeit. Für den Anbau werden lange Reihen kleiner Dämme aufgehäuft, in denen der Spargel unterirdisch heranwächst. Zu Saisonbeginn bewegen sich die Preise auf den Märkten nach Angaben des Kommunalreferats derzeit zwischen 14 und 18 Euro pro Kilo. Der Erzeugerpreis liegt nach Zahlen des Bayerischen Bauernverbands zum Saisonstart im Durchschnitt bei 11,50 Euro pro Kilo für Schrobenhausener Spargel (Klasse I). Im Bio-Supermarkt kostet ein Kilo regionaler weißer Spargel momentan 17,90 Euro (denn’s Biomarkt). „Für die kommenden Wochen erwarten wir eine deutliche Vergrößerung des Angebotes, sodass sich die Preise weiter nach unten entwickeln werden“, sagt ein Sprecher. Günstiger kommt man im Discounter weg. Bei Lidl etwa kostet ein Pfund bayerischer weißer/violetter Spargel 4,49 Euro.

Westner appelliert an das Qualitätsbewusstsein der Verbraucher. Guter Spargel habe seinen Preis. „Leider wird immer noch zu sehr auf den Preis anstatt auf Qualität geachtet. Wie man guten Spargel erkennt? „Er hat schöne, geschlossene Köpfe, die Spargelstange glänzt, riecht frisch und aromatisch und hat einen saftigen Anschnitt“, so Westner.

Artikel 2 von 3