11 Uhr. Die Schlange vor der Tür hat sich mittlerweile aufgelöst. Die Stimmung im Warteraum des KVR ist angespannt. Viele Leute sind verärgert, wütend, frustriert. Manche starren stoisch geradeaus, andere blicken immer wieder genervt zur Digitalanzeige: „Zwei Stunden Wartezeit“ ist angeschlagen. Um 11.30 Uhr kommt eine Durchsage: Die Termine verzögern sich „voraussichtlich um mehrere Stunden“. Gemurre. Ein ganzer Pulk geht. Eine Frau ist „richtig wütend“, ein Mann schimpft auf das „Scheiß-Internet“. Andere bleiben sitzen, weil sie auf den Termin angewiesen sind Wie Alexander Wilhelm. „Ich brauche den Pass unbedingt für meinen Urlaub“, klagt der Sendlinger (s. Umfrage).
Was war da gestern los? „Kurz nach Öffnung des Bürgerbüros hat sich herausgestellt, dass die Mitarbeiter aufgrund einer IT-Störung nicht auf die Software für Eintragungen ins Melderegister zugreifen konnten, die für alle Dienstleistungen des Bürgerbüros unabdingbar ist“, sagte ein KVR-Sprecher gestern. Er betont, dass alle Bürger, die ihren vereinbarten Termin am Vormittag leider nicht wahrnehmen hätten können, „zum Teil mit Wartezeit“ noch gestern bedient worden seien oder ihnen ein zeitnaher Ersatztermin an einem anderen Tag angeboten worden sei.
Doch auch bei normalem Betrieb hakt es noch im System. „Das Terminvereinbarungssystem wird laufend nachjustiert“, so der Sprecher. Wiederholt haben wir über Fälle berichtet, bei denen Bürger monatelang keinen Termin bekommen haben, etwa für die Verlängerung des Führerscheins. Der Sprecher erklärt: „Im Online-Kalender ist nur ein festgelegtes Kontingent an Terminen für den aktuellen Monat und die kommenden drei Monate langfristig buchbar.“ Je nach Kapazität gebe man außerdem täglich Online-Termine für kurzfristige Angelegenheiten frei. „Es lohnt sich daher, regelmäßig auf die Terminvereinbarungsseiten des Bürgerbüros zu schauen.“ Aktuell werde geprüft, wie das System optimiert werden könne, damit mehr zeitnahe Termine zur Verfügung stehen. Auch das Personal soll aufgestockt werden.