Jung, sportlich, beliebt: Der 17-jährige Schüler Alen hatte sein ganzes Leben vor sich. Dann kam der 19. April: In der Innenstadt kam es zum Streit mit einer Gruppe, an dessen Ende ein 21-jähriger Afghane an diesem Karfreitag mehrmals auf den Schüler einstach. Die Polizei nahm den Täter am Donnerstag in Frankreich fest. Einen Tag später erlag Alen seinen Verletzungen.
Rückblick auf den Tag der Tat: Am Karfreitag war es warm, über 20 Grad. Alen hatte den Tag mit vier Freunden im Englischen Garten verbracht. Gegen 17 Uhr wollten die Jugendlichen in der Agip-Tankstelle an der Herzog-Wilhelm-Straße ihr Leergut abgeben. Die Stimmung: ausgelassen. Alen machte Selfies und Videos. Dort begegneten sie dem späteren Messerangreifer, der mit einem weiteren 20-jährigen Afghanen und zwei 17-jährigen Mädchen unterwegs war. Der 21-Jährige regte sich darüber auf, dass Alen Videos machte. Sein 20-jähriger Begleiter schüttete Alen den Inhalt seiner Getränkedose ins Gesicht. Es kam zu Handgreiflichkeiten, dabei fiel Alens Handy herunter.
Als er merkte, dass das Display gesprungen war, ging Alen der Gruppe nach, um über den Schaden zu reden. In dem Moment stach der 21-jährige Afghane auf Alen und seinen Freund (18) ein. Alen war sofort ohnmächtig. Seine Halsschlagader war getroffen.
Die Täter und ihre Begleiterinnen flüchteten. Die Polizei fand heraus, dass der 21-Jährige aus dem Landkreis Starnberg und der 20-Jährige aus München kommt. Beide leben seit 2016 in Deutschland und sind wegen Körperverletzungen, Diebstahl und Drogendelikten polizeibekannt. Nachdem die Staatsanwaltschaft eine internationale Fahndung einleitete, fasste die französische Polizei die mutmaßlichen Täter im Großraum Paris.
Der in München aufgewachsene Alen hat bosnische Wurzeln. Er soll in Bosnien beigesetzt werden – seine Freunde sammeln jetzt Spenden für seine Überführung. K. BRAUN