Bordellbesucher droht mit Handgranate

von Redaktion

Schon als der Mann hereinkam, beschlich Frederika (Name geändert) ein mulmiges Gefühl: „Er war aggressiv“, sagt die 21-Jährige. Doch die junge Prostituierte konnte in diesem Moment noch nicht ahnen, wie gefährlich der Besucher wirklich war.

Die Polin arbeitet in einem Laufhaus an der Landsberger Straße. In der Nacht zum Montag saß sie mit einer Kollegin an der Bar, als der Mann gegen Mitternacht das Bordell betrat. „Er hat ein Bier bestellt und mit der Flasche auf den Tresen geklopft. Immer wieder“, berichtet Frederika. Doch dabei blieb es nicht: „Er hat einen Kollegen angepöbelt.“ Der Störenfried geriet mit dem Angestellten (33) in Streit. Bevor die Situation eskalierte, verließ der ungebetene Gast das Etablissement – vorerst. „Er wollte wiederkommen“, sagt Frederika schaudernd. Nur wenig später erschien der Mann tatsächlich wieder. „Er griff in seine Tasche“, sagt Frederika. Sekundenbruchteile später fuhr ihr der Schreck in alle Glieder: „Da war eine Handgranate!“ Die Hand des Mannes nähert sich dem Sicherungsstift. „Ich hatte Todesangst“, erzählt die 21-Jährige. Sie rannte los, „nur raus!“ Zeitgleich stürzte sich ihr Kollege geistesgegenwärtig auf den Angreifer, stieß ihn aus dem Lokal und riss ihn zu Boden. Laut Polizei entstand vor dem Haus ein Gerangel, bei dem „die mutmaßliche Granate ebenfalls zu Boden fiel“.

Die Frauen riefen die Polizei. Etwa 20 Mann stürmten mit einem Sprengstoffhund das Bordell – und gaben Entwarnung: „Die Spezialkräfte konnten feststellen, dass es sich tatsächlich um eine Handgranate russischer Herkunft handelte, die jedoch komplett leer war. Zünder und Sprengstoff waren entfernt“, teilt die Polizei mit. Der Angreifer – ein 60-jähriger Münchner – hat sich am Sprunggelenk verletzt und liegt in der Klinik. Er muss sich wegen des Verdachts der Bedrohung und Störung des öffentlichen Friedens verantworten. DANIELA SCHMITT

Artikel 2 von 11