Es ist beileibe nicht selbstverständlich, dass sämtliche städtischen Kulturinstitutionen einem scheidenden Referenten Lobeshymnen singen – aber im Volkstheater wurde es geradezu sentimental, Hans-Georg Küppers zu Ehren.
Das zweistündige Abschiedsprogramm erinnerte an das einer Hochzeit – alle Freunde hatten was vorbereitet. Kolumnist Axel Hacke lobte Fußballsachverstand und Leidensfähigkeit des Rot-Weiß-Oberhausen-Fans. Schriftsteller Tilman Spengler sprach ihm sogar Wundertätigkeit zu. Wiebke Puls von den Kammerspielen röhrte den Dire-Straits-Hits „Walk Of Life“. Die Chefs von Lenbachhaus und Villa Stuck, Matthias Mühling und Michael Buhrs, hatten Küppers’ Konterfei in alte Meisterwerke montiert – und Theater-Hausherr Christian Stückl paffte mit Küppers auf der Bühne eine Zigarette.
Am Ende überreichte OB Dieter Reiter (SPD) dem Scheidenden die Medaille „München leuchtet“ in Gold. Er erinnerte an die 1650 Beschlüsse in zwölf Jahren, die Küppers dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt hat – fast alle gingen einstimmig durch. Er ließ die großen Projekte Revue passieren, die unter dem Referenten verwirklicht oder vorbereitet wurden: etwa das NS-Dokuzentrum, die Sanierung des Lenbachhauses, der Neubau des Volkstheaters und die Generalsanierung von Gasteig und Stadtmuseum. In zwölf Jahren habe Küppers das Budget seines Referats um ein Drittel erhöht – das sei einmalig. „Er hat dem Stadtrat charmant und kompetent – zumindest wirkte er so – erklärt, dass an den Investitionen kein Weg vorbeiführt.“ lö