Über 30 Grad im Schatten, da suchen alle nach einem kühlen Plätzchen. Die Bogenhauser CSU präsentiert nun eine Idee, die Abkühlung verspricht. Die Stadt soll den „Krautgarten-Graben“ wieder an die Oberfläche holen. Der Nebenarm des Brunnbachs wurde in den 60er-Jahren verrohrt. Der CSU-Landtagsabgeordnete Robert Brannekämper würde ihn jedoch viel lieber entlang der St. Emmeramsmühle bis zum denkmalgeschützten Pumpen- und Floßwärterhäuschen plätschern sehen.
„Mit der Verrohrung ist das Element Wasser an der St. Emmeramsmühle verschwunden“, bedauert Brannekämper. Es erinnere heute kaum noch etwas an die historische Teichwirtschaft dort. Dabei sei die Gartenwirtschaft in der alten Mühle wegen der frischen Forellen aus den umliegenden Teichen in den Zwanzigerjahren ein weithin bekanntes Ausflugsziel gewesen. Zudem diente der Bachlauf früher auch als Antrieb für die Pumpen im noch erhaltenen und denkmalgeschützten Floßwärterhäuschen. „Das Wasser war ein prägendes Element dieser Kulturlandschaft, die unter anderem für das Werk des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann eine wichtige Inspiration darstellte“, betont Brannekämper. Fließgewässer seien von hoher Bedeutung für Landschaftsbild und Naherholung. Außerdem seien sie ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen – speziell in der Stadt. „In St. Emmeram wäre die Renaturierung des Krautgarten-Grabens daher auch ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt“, argumentiert der Politiker. Eigentümer des Bachlaufs ist die Landeshauptstadt. Sie solle, so fordert Robert Brannekämper, „möglichst zeitnah“ Planungen für die Renaturierung des Bachs aufnehmen.
Die Freilegung würde auch bei zwei weiteren Problemen für Abhilfe sorgen können. Zum einen wird auf der Fläche gerne wild geparkt, zum anderen wachsen inzwischen die Wurzeln der Bäume in die unterirdischen Wasserrohre. Das führe dazu, dass das Wasser schlechter abfließt, wissen Anwohner zu berichten. Bei Starkregen hätten sie daher immer wieder mit erhöhtem Wasserstand und nassen Kellern zu kämpfen. Von Zeit zu Zeit muss die Stadt daher den Durchlauf freifräsen. Würden die Rohre wegkommen, so hoffen die Anlieger, dann würde damit auch dieses Problem verschwinden. CARMEN ICK-DIETL