Es war ein brutaler Angriff in der U-Bahn: Ein 21-Jähriger ist im Dezember offenbar Opfer eines homophoben Angriffs geworden. Fußballfans sollen ihn mit Fäusten geschlagen und getreten haben. Er erlitt eine Schädelprellung, ein Schneidezahn brach ab. Die bisherige Fahndung verlief ohne Erfolg, nun, sechs Monate nach der brutalen Tat, hat die Polizei die Bilder der Schläger veröffentlicht.
Noah Nurhak Sari (21) steigt am Samstag, 8. Dezember 2018, gegen 14:20 Uhr in die U-Bahn am Odeonsplatz. Die Bahn ist voll mit grölenden Fußballfans: FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg. Zwei junge Nürnberg-Anhänger brüllen Sari Fangesänge ins Ohr, berichtet Sari später dem Merkur. Er bittet sie, nicht so laut zu sein. „Die beiden Typen meinten, ich solle doch aussteigen, wenn es mich stört“, sagt der gebürtige Münchner. Als Sari entgegnet, die beiden sollten sich benehmen, beleidigen sie ihn. Sari ist bisexuell, trägt Ohrringe und hat eine kleine Handtasche umgehängt. „Die Tasche passt gut zu dir, du Transe“, sollen die Männer gesagt haben. Nach einem Wortgefecht schlägt ihm einer der mittlerweile vier Nürnberg-Fans ins Gesicht. „Als ich ihn von mir wegstoßen wollte, gingen alle vier gleichzeitig auf mich los. Sie schlugen mir gegen den Kopf, traten mich.“ Eine Bierflasche trifft Saris Kopf – der Journalist geht zu Boden. Am U-Bahnhof Universität ziehen zwei Jugendliche Sari aus der U-Bahn, helfen. Der 21-Jährige vermutet, dass ein Grund für den Angriff seine sexuelle Orientierung war. Die Fahndung blieb bisher erfolglos. Deshalb hat die Polizei nun Bilder der mutmaßlichen Täter veröffentlicht. Hinweise an Tel. 089/291 00. weg/stm