Die Stadt kann den Bedarf an Sozialwohnungen bei Weitem nicht decken. Das geht aus einer aktuellen Statistik der Verwaltung hervor. Demnach wurden im Vorjahr 2577 Sozialwohnungen neu vergeben. Dem standen 12 800 berechtigte wohnungssuchende Haushalte gegenüber, davon 9845 (77 Prozent) besonders dringliche Fälle. Der hohe Bedarf an gefördertem Wohnraum zeigt sich nach Angaben des Sozialreferats auch an der stetig zunehmenden Zahl der gestellten Anträge. Nach Jahren gleichbleibender Zahlen erhöhten sie sich von 2016 bis Ende 2018 um 33 Prozent und liegen nun bei 29 600 Anträgen im Jahr – wobei nur knapp die Hälfte davon berechtigt sind. In München gibt es derzeit knapp 25 000 Sozialwohnungen.
Die Stadt will aufgrund der Wohnungsnot nun auch das Problem der Fehlbelegung verstärkt angehen. Die Vollversammlung des Stadtrats beschloss während dieser Woche, zwei zusätzliche Stellen zu schaffen, um den Missbrauch von Sozialwohnungen zu kontrollieren. Zudem soll es eine öffentlichkeitswirksame Kampagne geben. Ausgehend „vom großen Erfolg“ des Online-Meldeverfahrens zur Zweckentfremdung bei frei finanzierten Wohnungen soll auch für den Bereich der geförderten Wohnungen die Bevölkerung aufgefordert werden, vermutete Verstöße zu melden, heißt es vom Sozialreferat. Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD): „Auf dem frei finanzierten Markt ist es äußerst schwer, günstigen Wohnraum zu finden. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch versucht wird, Mietverträge innerhalb der Familie oder an Freunde weiterzugeben.“ In geförderten Wohnungen sei das aber an rechtliche Vorgaben wie die Einhaltung der Einkommensgrenzen geknüpft, betont Schiwy. Bis 2016 gab es jährlich 50 Wohnungen, deren unrechtmäßige Belegung beendet und an berechtige Haushalte vergeben wurde. kv