In Talkeetna – einer Stadt in Alaska – war eine Katze 15 Jahre lang Bürgermeister. Stubbs dürfte weltweit der einzige Stubentiger sein, der politisch aktiv war. Aber auch hierzulande sitzen die Miezen an der Macht: Die Katze ist unser beliebtestes Haustier: Fast 15 Millionen leben in deutschen Haushalten. Grund genug, um die eigenwilligen Gefährten am heutigen Internationalen Tag der Katze zu würdigen.
Der Fellnasen-Flüsterer
21 Jahre lang war Christian Ude (71) der Chef im Rathaus. Daheim hatten aber schon immer andere das Sagen: Udefix und Mienchen haben sich auf Samtpfoten in die Herzen des ehemaligen Oberbürgermeisters und seiner Frau, Edith von Welser-Ude, geschlichen – und dem Alt-OB recht schnell gezeigt, wo sein Platz ist: am Rand des Bettes. Sein Glück: „Die Katze thront auf dem Kopfkissen, duldet aber die Mitbenutzung des sonstigen Bettes“, sagt Ude augenzwinkernd.
Seine Liebe zum Stubentiger hat er auf dem Land entdeckt: „Auf dem Bauernhof liebe ich Katzen, weil sie so eine Zärtlichkeit, Wärme und Liebenswürdigkeit ausstrahlen und unerhört eigenwillig sind.“ Auch Mienchen ging anfangs eigene Wege. „Sie hat in ihrer neuen Umgebung in München total gefremdelt, sodass wir schon ein schlechtes Gewissen hatten, ob es vielleicht eine Schnapsidee war, sie mitzunehmen.“ Doch nach drei Monaten habe sie „plötzlich beschlossen, eine ganz innige Beziehung einzugehen“.
Das Ehepaar hatte Mienchen vor etwa 15 Jahren von der griechischen Insel Mykonos mitgebracht, wo die Udes herrenlose Katzen durchfüttern und viele Tiere sterilisieren ließen. Auch Udefix stammt von der Insel. Als er vor zwei Jahren starb, war die Trauer groß. Nur eine triumphierte: „Mienchen genießt es, dass sie jetzt die alleingebietende Katze ist.“ Und so bettet sich das Ehepaar allabendlich um die haarige Hausherrin herum, und „wir erfreuen uns an ihrer Lebensfreude, der sie durch stundenlanges Schnurren Ausdruck verleiht“.
Die Katzensitterin
Ein Haustier ist für viele Freund und Seelentröster. Katzen sind nicht nur süß und sauber, sondern können sich auch mal allein beschäftigen. Das kommt an: Rund 150 000 Katzen leben schätzungsweise in München. Doch wer betreut den Liebling, wenn man mal auf Dienstreise muss oder in den Urlaub fahren will? In diesen Fällen sind Agnes Hanning und ihr Team zur Stelle: Die Schwabingerin hat die Betreuungsagentur Miez & Maunz (www.miez-maunz.de) gegründet. „Wir haben schon 30 Katzensitter angestellt und geschult, die stadtweit gebucht werden können“, sagt die 46-Jährige, der das Tierwohl generell am Herzen liegt: 50 Cent von jedem Auftrag werden abgezweigt, um ein Kastrationsprojekt auf Jamaika zu finanzieren.
Das Streichelcafé
Saphira und Robin, die Siam-Schönheiten. Ayla, die Prinzessin auf der Erbse. Gizmo der Clown. Balou, der gemütliche Bär. Und der dreibeinige Jack. Wer hier Kaffee trinkt, der kriegt die Show gratis mit dazu. Vorausgesetzt, die Akrobaten haben Lust. „Ich mag an Katzen, dass sie eigenständig sind“, sagt Anke Fritz (28). Sie arbeitet im Café Katzentempel in der Türkenstraße und hat selbst zwei Katzen. Saphira, Robin, Ayla, Balou, Gizmo und Jack gehören ihrem Chef, Café-Inhaber Thomas Leidner. Seit 2013 versüßt das Sextett den Gästen das Mahl – fast alle Speisen sind selbst gemacht und vegan. „Tierschutz ist uns sehr wichtig. Auch unsere Katzen kommen alle aus dem Tierschutz“, betont Fritz.
Die Tierretter
Was machen US-Bundesstaaten im Katzendorf des Tierheims? Sie werden aufgepäppelt: Alabama, Illinois und Oklahoma sind drei von rund 40 Kätzchen, die das Tierheim Riem bei einer Wohnungsauflösung gerettet hat. 151 Katzen befinden sich momentan im Katzendorf der Einrichtung. „65 sind zur Vermittlung“, sagt Katzenpfleger Vinzenz Huber. Zum Ferienbeginn häufen sich leider die Eingänge der ausgesetzten Haustiere: Es gibt lange Wartelisten. Auf www.tierheim-münchen.de suchen Katzen und Hunde ein Zuhause.