Fast einen Tag wurde der S-Bahn-Verkehr auf der Stammstrecke von Dienstagvormittag bis Mittwochmorgen durch einen Wasserschaden lahmgelegt (wir berichteten), doch die Ursache für die Überflutung im Hauptbahnhof-Tunnel ist weiterhin ungeklärt. Die Deutsche Bahn (DB) hat inzwischen einen Gutachter eingeschaltet. Ausschließen will die Bahn bislang nur, dass Grundwasser ins Gleisbett eingedrungen ist. Dafür sei die Menge zu groß, sagt Markus Hurnaus von der DB Netz AG. Zudem sei zwischen Hackerbrücke und Hauptbahnhof ein Pumpensystem eingebaut, das anspringe, sobald der Grundwasserpegel steigt. Dieses System habe funktioniert, erklärt Hurnaus. Die DB Netz betreibt für die Bahn die Infrastruktur. Bis das Ergebnis des externen Gutachtens vorliege, könne man nichts weiter sagen, betont Hurnaus. „Über die Ursache zu spekulieren, ergibt wenig Sinn.“
Bahn und Feuerwehr waren am Dienstag stundenlang damit beschäftigt, das Wasser abzupumpen. Es stand auf einer Strecke von 150 Metern bis zu 50 Zentimeter hoch. Am Abend musste sogar das Technische Hilfswerk (THW) mit Spezialgerät anrücken. Dank einer extrem starken Pumpe des THW konnten 5000 Liter pro Minute abgepumpt werden. Der Einsatz dauerte bis 22 Uhr. Nach einer Überprüfung der Gleise zwischen den Stationen Hackerbrücke und Hauptbahnhof wurde die Stammstrecke am Mittwoch gegen vier Uhr wieder freigegeben.
Betroffen von der Störung waren Zigtausende, neben Pendlern auch Touristen. Teilweise kam es zu chaotischen Szenen. Ein Betroffener berichtete, dass eine S2 am Dienstag zwischen 15 und 16 Uhr eine Stunde auf offener Strecke stehen geblieben sei. Kinder, die ohne Eltern unterwegs waren, hätten panisch reagiert und geweint, weder die Polizei noch die Bahn habe auf Notrufe reagiert. Der Mann fragt: „Wie kann es sein, dass eine S-Bahn eine Stunde im Nirgendwo steht?“ Laut DB musste der Zug umgeleitet werden und sollte über den Südring in Richtung Ostbahnhof fahren. Wegen einer Weichenstörung sei es nicht weitergegangen. Eine Bahnsprecherin: „Wir möchten uns bei den Fahrgästen entschuldigen, dass sie so lange ausharren mussten.“ KLAUS VICK