Pferdefreunde in ganz München sind am Boden zerstört. Wie wir berichtet haben, steht die „Equila“-Show in Fröttmaning vor dem Aus. Der chinesische Geldgeber dreht den Hahn zu. Nicht etwa weil die Rossgaudi schlecht lief, betont man, sondern weil in Hongkong die Leute demonstrieren und Trump im Handelsstreit die Muskeln spielen lässt. Sobald die „Großwetterlage“ sich bessere, werde man wieder an den Start gehen, so das Versprechen, und sich derweil ein Konzept überlegen. „Ein Rezept?“, fragte der Kollege S. da – und ich unterstelle mal, dass der Verhörer einer gewissen Missgunst geschuldet war. Denn S. spann weiter: „Wie könnte ein chinesisches Pferderezept aussehen? Rappe im Reisrand?“
Unfug. Natürlich muss kein Pferd sterben, die vierbeinigen Hauptdarsteller haben auch arbeitslos ein Zuhause. Für mich allerdings wird es jetzt schwer. Denn eigentlich wollte ich mit meinem Jüngsten baldmöglichst mal in den Münchner Norden, um mir die Show anzuschauen.
Mein Sohn, muss man dazu sagen, kann nicht sprechen, aber er kann wiehern. Gerade ist er zwei Jahre alt geworden, und außer Klassikern wie „Mama“ und „Papa“ kommen ihm noch kaum Worte über die Lippen. Aber seit er bei einem Bauernhofbesuch mal zwei Rössern die Nüstern gestreichelt hat, ist es um ihn geschehen. Die Laute dieser langbeinigen Riesen hat er sich gemerkt, und deshalb macht er jedes Mal, wenn er ein Pferd erblickt, ein wichtiges Gesicht und ruft: „Ui! Ui! Ühühühühü!“ Tatsächlich waren wir im Urlaub vor zwei Wochen in einem Wanderzirkus, bei dem auch Pferde mit Federschmuck in der Manege ihre Runden drehten. Als eines dann auch noch vor Aufregung äpfelte, platzte es aus dem Buben heraus: „Ühühühühü! Kacka!“
Darum mein dringender Appell: Apassionata Park München GmbH & Co. KG, tu dein Bestes, die Chinesen umzustimmen. Hier sitzt ein Pferdenarr auf Kohlen!
Leicht beunruhigend – auch im Hinblick auf die Anschaffung eines möglichen Haustiers – finde ich übrigens, dass neuerdings auch ein „Wuffuff“ das Interesse meines Kleinen erregt hat. Und bei diesem Hund handelte es sich nicht um einen Dackel, sondern um eine Dänische Dogge. Na ja, ein bisschen Zeit habe ich ja noch, und vielleicht orientiert sich der Kleine bis dahin an seinem großen Bruder. Den habe ich neulich mal gefragt, was er denn für ein Haustier wollen würde. Er antwortete: „Einen Goldfisch!“ Schwein gehabt . . .
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