Live nach Ladenschluss

von Redaktion

Zwei Jugendliche haben sich in einer Kaufland-Filiale in Berg am Laim einsperren lassen und ihren Schabernack live auf Instagram übertragen. Was viele Zuschauer belustigte, fand die Polizei hingegen gar nicht komisch.

VON LAURA FELBINGER

Was tut man nicht alles für den sogenannten Fame – den Ruhm im Internet. Zwei junge Frauen haben jetzt mit ihrem nächtlichen Ausflug in eine Kaufland-Filiale an der Berg-am-Laim-Straße live auf der Social-Media-Plattform Instagram geprahlt. Das brachte den Jugendlichen jede Menge Aufmerksamkeit. Dumm nur, dass auch die Polizei das Video sah.

Die 16-Jährige und ihre 18-jährige Freundin hatten sich am Mittwochabend in einem Regal hinter Klopapierpackungen versteckt und einsperren lassen, wie sie in dem Video erzählen. Ihre Tour durch die leeren Gänge übertrugen die Mädchen fast eine Stunde lang live. Die beiden spielten unter anderem Bowling mit einer Wassermelone und Kegeln aus Klopapierrollen – sehr zur Belustigung ihrer Zuschauer. Die forderten sie auf, ihnen in den Kommentaren „challenges“, also Aufgaben, zu stellen. Der Polizei zufolge bedienten sich die beiden bei den Lebensmitteln in den Regalen. Die Kekse, die sie im Video essen, hatten sie laut eigener Aussage aber selbst mitgebracht.

Der fragwürdige Spaß hatte ein jähes Ende, als die Polizei eintraf. Zuschauer hatten die Beamten gegen 22.30 Uhr alarmiert. Rund 30 Polizeibeamte umstellten den Supermarkt und nahmen die beiden Schülerinnen aus München und Erding fest. Sie nahmen das Duo mit aufs Revier. Dort wurde die 16-Jährige von ihren Eltern abgeholt. Die 18-Jährige durfte allein gehen.

Die Ermittler werfen ihnen Hausfriedensbruch und Diebstahl vor. Sie prüfen auch, ob man den beiden den Polizei-Einsatz in Rechnung stellen kann. Auf Anfrage unserer Zeitung wollte sich Kaufland nicht zu dem Vorfall äußern.

Ein Sprecher der Polizei schloss nicht aus, dass die Aktion der beiden jungen Frauen dazu diente, mehr Abonnenten für ihren Instagram-Kanal zu gewinnen. Sich irgendwo einsperren zu lassen und das dann via Social Media zu verbreiten, ist übrigens keine neue Idee. Vor zwei Jahren war das ein Trend unter deutschen Youtube-Stars.

Artikel 4 von 6