Für einen Badesee im neuen Stadtviertel Freiham gibt es nun konkrete Pläne. Er könnte westlich der A99 vor den Toren Germerings entstehen. Die OB-Kandidatin der Münchner Grünen, Katrin Habenschaden, hatte schon im Juli vorgeschlagen, den geplanten Landschaftspark um einen Badesee zu erweitern. Doch das Baureferat schloss dies aus Platzgründen aus.
Nachdem sich CSU und SPD ebenfalls für einen Badesee ausgesprochen haben, kommt aber Bewegung in die Sache. Der Zweckverband Freiham hat einen möglichen Standort für ein Naherholungsgebiet inklusive Badesee aufgezeigt – westlich der A99, nördlich der Bodenseestraße und östlich der Bebauung Germerings. Er würde etwa so groß sein wie der Riemer Badesee. Eine Beschlussvorlage für den Stadtrat sei in Arbeit, heißt es vom Kommunalreferat. Die Stadt Germering solle bei allen Schritten eingebunden werden. Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) spricht von einer Chance für den Münchner Westen: „Zur Infrastruktur gehören Erholungsmöglichkeiten, damit sich die Menschen wohlfühlen.“
In Zusammenhang mit der Besiedlung Freihams könnte ein weiteres Projekt aufs Tapet kommen: die Verlängerung der U5 über Freiham hinaus. Germering hatte dies schon vor drei Jahren gefordert. Nun scheint auch München dem Projekt aufgeschlossen gegenüberzustehen. Ein Sprecher des Planungsreferats bestätigte: „Wir wollen ein gemeinsames Vorgehen mit Germering abstimmen.“ Auch von der Rathaus-Regierung aus SPD und CSU gibt es positive Signale. Sinnvoll wäre es, den neuen Badesee mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzubinden, heißt es. In Freiham wächst derzeit ein Stadtteil mit mindestens 25 000 neuen Einwohnern heran. Vor allem die CSU war treibende Kraft bei der bereits beschlossenen U-Bahn-Verlängerung vom Laimer Platz über Pasing bis nach Freiham. Auch der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Christian Müller, sagt: „Das Erholungsgebiet wäre ein weiterer Grund, die Verlängerung nach Germering zu forcieren.“ OB Dieter Reiter (SPD) meint: „Ich stehe allen Ideen aufgeschlossen gegenüber, durch die verhindert wird, dass jeden Tag Tausende Pendler aus der Region München mit dem Pkw in die Stadt fahren.“ Allerdings müssten Fragen wie technische Machbarkeit oder Finanzierung geklärt werden. Laut Planungsreferat werden die Überlegungen zur U-Bahn-Verlängerung am 22. Oktober von der Münchner Behörde im Germeringer Planungsausschuss vorgestellt.
Außer den ungeklärten Kosten und der Aufteilung – die Rede ist von einer Summe wie beim 750 Millionen Euro teuren Ausbau zwischen Pasing und Freiham – ist auch die Zeitschiene offen. Derzeit endet die U5 am Laimer Platz. Der Baubeginn für den 3,8 Kilometer langen Abschnitt bis Pasing ist für 2021 vorgesehen – Bauzeit sechs bis acht Jahre. Erst danach wird der 4,5 Kilometer lange Abschnitt von Pasing bis Freiham in Angriff genommen. Mit einer Inbetriebnahme dieser Strecke wird erst zwischen 2035 und 2040 gerechnet. Bis nach Germering ist es also noch ein weiter Weg.