In Kenia gibt es eine Biogasanlage, die aus Kuhdung Energie erzeugt. Dieses Projekt wird von der Stadt München finanziell unterstützt – und zwar durch Kompensationszahlungen. Seit 2010 spendet die Stadt für jeden Kilometer dienstliche Flugreise für Klimaschutz-Projekte an die Organisation Atmosfair. Dazu gibt es regelmäßig einen Bericht, der alle Flugreisen auflistet. Demzufolge sind 2017 die Grünen, die ÖDP und die Bayernpartei häufiger geflogen als im Jahr davor. Die Grünen kommen auf 32 Flüge (2016: 30), die ÖDP auf fünf (2016: 2), die Bayernpartei auf sieben Flüge, sechs waren es im Jahr zuvor. Für die SPD-Fraktion verzeichnet der Bericht 25 Flüge (2016: 26), die CSU ging 45 Mal in die Luft (2016: 60), die FDP achtmal (2016: 16). Legt man die Anzahl der Fraktionsmitglieder zu Grunde, errechnen sich für die ÖDP (zwei Stadträte) eine Zahl von zwei Flügen pro Kopf, die Grünen kommen auf 2,3.
Insgesamt schreibt die Verwaltung in ihrem Fazit von einer Zunahme des Passagieraufkommens um rund 17 Prozent. 3327 Personen sind 2017 geflogen, 2016 waren es 2844. Zurückgelegt wurden 5,6 Millionen Flugkilometer, im Jahr zuvor legten Mandatsträger und städtische Mitarbeiter 3,1 Millionen Kilometer zurück. Dabei wurden 1417 Tonnen CO2 verursacht.
Der Anteil der Kurzstreckenflüge betrug 12,9 Prozent, Mittelstreckenflüge nehmen 70 Prozent aller Flüge ein, die übrigen Reisen sind Langstreckenflüge, wobei diese fast ausnahmslos von den Münchner Philharmonikern unternommen wurden, die auf Konzertreise in Asien waren. Bevorzugte Destinationen waren ansonsten: Köln, Frankfurt, Wien, Zürich, Paris, London, Amsterdam, New York und Kairo.
Vor allem das Flugverhalten der Ökoparteien sorgt beim politischen Gegner für Kopfschütteln. Bürgermeister Manuel Pretzl (CSU) sagte: „Ich habe ein Problem damit, wenn Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Dann kommen wir nämlich in den Bereich der Selbstgerechtigkeit. Diese Selbstgerechtigkeit sehe ich teilweise in der Klimadebatte. Diese Selbstgerechtigkeit sehe ich teilweise auch bei den Grünen.“ SPD-Stadtrat Jens Röver sagte: „Bei Grünen und ÖDP passen Reden und Handeln nicht zusammen. Das hat mittlerweile ja schon Tradition, dass sie beim Fliegen ganz vorne dabei sind. Wasser predigen, aber Wein trinken.“ Grünen-Chef Florian Roth erklärt: „Es geht darum, unnötige Flüge zu vermeiden. Aber zum Beispiel den Kontakt zu Partnerstädten zu halten und unter persönlichem Risiko in Kiew zu sein, um die Solidarität mit dem Pride Marsch zu zeigen, ist richtig.“ Das gehe sinnvoll nicht ohne Flüge. „Aber natürlich wollen wir nur so viel fliegen, wie es unbedingt nötig ist. Im Jahr 2018 etwa gab es 20 Flüge bei uns.“