Schon seit fast zwei Monaten ist ein kurzer Abschnitt der Brienner Straße – zwischen Amira- und Odeonsplatz – eine Einbahnstraße. Doch so richtig wahrzunehmen scheinen bisher die wenigsten Autofahrer, dass sie nur noch in Richtung Amiraplatz fahren dürfen. Denn noch immer ignorieren ganze Autokolonnen die zwei roten Verbotsschilder und lenken ihre Fahrzeuge auch Richtung Odeonsplatz durch die Brienner Straße. Die Stadt hat das Problem erkannt und auch schon reagiert. „Es gab Ortstermine gemeinsam mit der Polizei, um Optimierungen zu besprechen“, sagt ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats.
Damit die Autofahrer sie besser sehen können, hat die Stadt jetzt am Amiraplatz größere Einbahn-Schilder angebracht. Außerdem werden die Verantwortlichen den Zusatz „Linien- und Radverkehr frei“ auf einem Schild auf der linken Seite entfernen, damit den Autofahrern aus der Ferne zuerst einmal nur ins Auge fällt, dass man hier nicht reinfahren darf. Am Amiraplatz selbst werden bald eine Sperrfläche und Richtungspfeile auf der Fahrbahn markiert, um das Verbot zu verdeutlichen.
In den nächsten Wochen sollen ab dem Oskar-von-Miller-Ring außerdem von allen Richtungen Schilder darauf hinweisen, dass ein Teil der Brienner Straße Einbahnstraße ist. So kann sich jeder Autofahrer rechtzeitig darauf einstellen, dass er einen anderen Weg nehmen muss.
Zusätzlich wird die reine Rechtsabbiegespur am Platz der Opfer des Nationalsozialismus in die Brienner Straße zu einer Geradeaus-/Rechts-Spur ummarkiert.
Auch die Polizei wirft ein Auge auf die Falschfahrer am Amiraplatz. Bereits in den vergangenen Wochen haben die Beamten dort verstärkt kontrolliert und Autofahrer verwarnt. Immer wieder weisen Nutzer das Präsidium auch auf Twitter mit Bildern darauf hin, dass Autofahrer gegen die Einbahnstraße fahren. Ein Kellner, der in der Straße arbeitet, hat am Donnerstag beobachtet, wie die Polizei reihenweise Autofahrer herauszog. Pro Minute missachten seinen Angaben zufolge mindestens fünf bis sechs Autos das Einfahrt-verboten-Schild. Wird ein Autofahrer von der Polizei erwischt, muss er 25 Euro berappen.
Wie berichtet hatte der Stadtrat die Einbahnstraßen-Regelung beschlossen, die seit Mitte August gilt. So soll die Brienner Straße fahrradfreundlicher werden. Die Stadt versetzte im Vorfeld Bordsteine, passte die Gehwege an und zeichnete neue Radwege ein. „Das erhöht die Sicherheit und Sichtbarkeit für Radfahrer auf dieser stark frequentierten Achse. Es ist ein klares und wichtiges Signal für alle, die auf dem Fahrrad in der Stadt unterwegs sind“, hatte Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle damals gesagt. Im Verkehrsentwicklungsplan Radverkehr ist die Brienner Straße als Fahrradhauptroute enthalten, sie ist eine wichtige Ost-West-Verbindung und die am stärksten von Radlern frequentierte Straße in der Stadt.