Deutscher Umweltpreis für Münchnerin

von Redaktion

250 000 Euro für Ingrid Kögel-Knabner

Die Münchner Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner (60) erhält den Deutschen Umweltpreis 2019. Über sie und den ebenfalls ausgezeichneten Reinigungsmittel-Unternehmer Reinhard Schneider (51) sagte die verleihende Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), sie seien „Schrittmacher im Umweltschutz, die Zukunftslösungen liefern für die enormen ökologischen Herausforderungen der Gegenwart.“ Die Auszeichnung ist mit jeweils 250 000 Euro dotiert. Sie wurde gestern in Mannheim von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht.

Kögel-Knabner gelte als eine der renommiertesten und einflussreichsten Bodenwissenschaftlerinnen der Welt, hieß es in der Jurybegründung. Der Professorin für Bodenkunde an der Technischen Universität München sei es gelungen, die zentrale Rolle des im Vergleich zu Luft und Wasser in seiner Bedeutung „fatal unterschätzten“ Umweltmediums Boden in den Fokus zu rücken. In ihren Arbeiten liefere sie Antworten auf die Frage, auf welchen Böden eine Kohlenstoffspeicherung nachhaltig möglich sei, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Schneider wird für seinen Einsatz für eine ganzheitliche und nachhaltige Produktion ausgezeichnet. Er ist Inhaber der Mainzer Reinigungsmittel-Firma Werner & Mertz – bekannt durch Marken wie „Erdal“, „Emsal“ und „Frosch“. Er habe ökologische Produkte im Massenmarkt mehrheitsfähig gemacht, so die DBU.

„Es braucht Vorreiter, Helden und Heldinnen, für die Bewahrung der Natur“, sagte Bundespräsident Steinmeier. Er nutzte die Feier, um für einen breiten Konsens beim Klimaschutz zu werben. „Klimapolitik ist umso wirksamer, je mehr Menschen wir auf den Weg mitnehmen.“ Es sei eine „ökologische, aber auch eine soziale Aufgabe“. Er lobte das Engagement der „Fridays for Future“-Bewegung. „Die jungen Menschen haben der Umweltpolitik weltweit einen gewaltigen Schub versetzt.“

Der Bundespräsident warb zugleich für die demokratischen Prozesse im Ringen um das Klimaschutzpaket der Bundesregierung. „Ich warne davor, dass wir die Möglichkeiten der Demokratie kleinreden, je größer, ja apokalyptischer wir die Herausforderungen beschreiben.“ Vor allem warne er davor, „in dieser Debatte die einen gegen die anderen auszuspielen: die Leidenschaft und Entschiedenheit der jungen Menschen auf der Straße gegen die vermeintliche Behäbigkeit der demokratischen Verfahren“. Es müsse gelingen, „dass aus Umwelt- und Klimaschutz keine polarisierende Identitätspolitik wird, keine Spaltung zwischen Arbeitnehmern, der Autoindustrie und den Blockierern von Straßen, zwischen Landwirten und Naturschützern, zwischen denen, die es sich leisten können, und denen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen“.  kna, epd

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