A96: Haderner Frust über Lärmschutz-Absage

von Redaktion

Einhausung der Autobahn auf Stadtgebiet vom Tisch – Bürger wollen aber nicht aufgeben

In Hadern herrscht Fassungslosigkeit: Vor wenigen Tagen hat die Stadt dem Wunsch vieler Bürger, die Autobahn A96 im Stadtgebiet einzuhausen, eine klare Absage erteilt. Doch in der Bürgerversammlung des Stadtbezirks wurde mehr als deutlich, dass die Haderner dies nicht nachvollziehen können – zumal wenige Kilometer vor den Toren der Stadt, in Gilching und Germering, Lärmschutzmaßnahmen an der A96 gebaut werden.

Unter großem Beifall schimpfte der Bürger Johannes Schneider, dass ihm der Lärmschutzbau westlich von München „sauer aufstößt“. Im Zuge des Ausbaus der A96 errichtet die Autobahndirektion Südbayern auf Höhe Gilching und Germering jeweils eine Lärmschutzgalerie. „Sogar der Golfplatz“ werde vor Lärm geschützt, empörte sich Schneider. Dass im Stadtgebiet München hingegen gar nichts passieren soll, sei „überhaupt nicht nachvollziehbar“. Die Stadt München solle sich dafür einsetzen, dass auch ihre Bürger vor dem Lärm der Autobahn geschützt werden. Konkret: „In den nächsten fünf Jahren sollte sich etwas bewegen.“ Ein Antrag, den die Haderner Bürgerversammlung einstimmig annahm.

Auf die lange geforderte Einhausung, gewissermaßen ein oberirdischer Tunnel zwischen Stadtgrenze und Sendling, können die Anwohner allerdings nicht mehr hoffen. Der Planungsausschuss des Stadtrats wird diese Idee nicht mehr verfolgen. Denn eine grobe Schätzung geht von 113 000 Euro Baukosten je laufendem Meter aus – in Summe also etwa 475 Millionen Euro. In dieser Summe noch gar nicht enthalten sind Posten wie Brückenbauten und eine Tieferlegung der Trasse. Eine Wohnbebauung über der Autobahn-Einhausung, die ebenfalls vorgeschlagen wurde, würde sich nicht rechnen.

Grundsätzlich ist für Lärmschutz an der Autobahn der Bund zuständig. „Eine Finanzierung dieser Maßnahme aus städtischen Mitteln würde einen Präzedenzfall schaffen, mit unabsehbaren Kosten für die Stadt“, befürchtet die Stadtkämmerei. Der Bund jedoch plant derzeit keine Lärmschutzmaßnahmen an der A96 im Stadtgebiet. Und man kann ihn, wie die Stadt zum Ärger der Anwohner klarstellt, auch nicht dazu zwingen. MARGOT DENY

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