Es war der schwerste rechtsextremistische Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik: Am 26. September 1980 um 22.19 Uhr explodierte in einem Papierkorb nahe dem Haupteingang des Oktoberfestes eine Rohrbombe. 13 Menschen starben, 211 wurden verletzt, 68 davon schwer. Die Landeshauptstadt hat bereits einiges getan, um der Opfer des Anschlags zu gedenken. So gibt es ein Denkmal im Eingangsbereich der Wiesn, eine Info-Broschüre und seit September 2018 eine weitere Gedenktafel am Rathaus. Nun soll ein weiterer Erinnerungsort folgen.
Der Ältestenrat sowie die Betroffenen des Attentats haben einem Entwurf des Münchner Büros Müller-Rieger zugestimmt. Er zeigt die 224 Opfer des Anschlags und soll damit die menschliche Komponente des Geschehens ins Zentrum rücken. Situiert werden soll das neue Denkmal nahe dem Haupteingang, auf dem Wiesn-Gelände schräg gegenüber dem bestehenden Denkmal. Die Grundfläche orientiert sich an der unregelmäßigen Fläche eines Splitters, der an das ursprüngliche Denkmal angelehnt ist. Dieses bleibt freilich erhalten.
Zentraler Bestandteil des neuen Denkmals sind 224 Silhouetten. Diese werden als plane Flächen lebensgroß arrangiert, wie eine Besuchergruppe. Die Besucher können zwischen den Silhouetten hindurchgehen. In dem Denkmal befinden sich Informationen über fünf Themenbereiche, etwa über das Attentat oder die Ermittlungen dazu. Die Themenbereiche werden durch aufgedruckte Bilder und Texte, zwei Bildschirme sowie eine Hörstation in die Silhouetten integriert. Zusätzlich werden die bedruckten Flächen der Themenbereiche mit Bodenstrahlern ausgeleuchtet.
Kosten soll das Ganze rund 550 000 Euro. Fertiggestellt sein soll das Denkmal bis zum 40. Jahrestag des Attentats am 26. September 2020.
Zum Schutz vor Vandalismus empfehlen die Behörden eine ganzjährige Videoüberwachung sowie einen Sichtschutz an der südlichen und östlichen Seite während des Oktoberfestes.
Grünen-Chef Florian Roth sagte auf Anfrage: „Uns ist wichtig, dass es eine weitere Information über das Attentat und einen Konsens mit den Angehörigen gibt. Die Erinnerung an dieses schreckliche Attentat müssen wir wach halten.“ CSU-Kultursprecher Richard Quaas sagte: „Bei den jetzt diskutierten Entwürfen geht es um eine würdigere Gestaltung und Einbettung des vorhandenen Denkmals, das heißt auch, um eine Verbesserung der Sichtbarkeit auch während der Wiesnzeit. Die Sichtbarkeit soll sich über den gesamten Eingangsbereich erstrecken und auf das eigentliche Denkmal hinweisen. Damit wird eine Gestaltung aus einem Guss erreicht.“ SPD-Vize Christian Vorländer kommentiert: „Für die Betroffenen und Hinterbliebenen, aber auch für die Öffentlichkeit ist das neue Denkmal wichtig. Ein ausgezeichneter Entwurf wird nun realisiert. Für uns entscheidend war auch die erfolgte Zustimmung, das Einverständnis der Hinterbliebenen und betroffenen Familien. München geht damit den Weg der Aufklärung, des Hinschauens und des Mitgefühls.“