Viel Lärm um ein Gutachten

von Redaktion

Klinik-Neubau in Großhadern: Ab dem heutigen Montag liegt eine neue Schallschutzuntersuchung vor

Die Pläne für den Neubau des Klinikums Großhadern werden konkreter und bei den Anwohnern rumort es zunehmend. So wird mit Spannung die Auslegung des aktualisierten schalltechnischen Gutachtens ab dem heutigen Montag erwartet. Wie es auch ausfallen wird, die Zeichen stehen auf Sturm.

Dies deutete sich bereits auf der jüngsten Sitzung des Haderner Bezirksausschusses (BA) an. Dort hatten sich etliche Anwohner des Klinikums versammelt, um dem Bericht der Bürgerinitiative Großhadern (BIG) zu lauschen. Diese hatte im Oktober mit Vertretern mehrerer Referate der Stadt über das Neubauvorhaben diskutiert und erstattete Bericht. Eines der brisantesten Themen: der geplante Dachlandeplatz auf dem neuen OP-Zentrum des Klinikums.

Anfang des Jahres lagen bereits Antrag, Gutachten und Pläne zur öffentlichen Einsicht aus. Bis zum Ablauf der Frist im März gingen stolze 464 Einwendungen beim Luftamt Südbayern ein. Am Montag wird nun ein aktualisiertes Gutachten ausgelegt, in dem die Flugbewegungen detaillierter dargestellt sind.

Demnach werden laut BA-Mitglied Gerhard Fries (SPD) für das Jahr 2028 insgesamt 22 Prozent der Gesamtbewegungen zum und vom geplanten Dachlandeplatz einschließlich der Umsetzflüge zwischen Dach- und Bodenlandeplatz prognostiziert. Das bedeutet im Umkehrschluss: 78 Prozent der Flüge hätten weiterhin den bestehenden Bodenlandeplatz zum Ziel.

Fries war sich mit seinen Ausschusskollegen einig, dass man dem Landeplatz unter dieser Voraussetzung zustimmen könne. Eine Kröte muss man dann allerdings schlucken: die strittigen Flugkorridore entlang der Sauerbruchstraße. Wie Peter Winklmeier (CSU) glaubhaft versicherte, könne man an denen nichts ändern, solange der „Toaster“ (das bisherige Klinikgebäude) noch stehe.

Die Zustimmung des Bezirksausschusses schürte den Unmut der Zuhörerschaft, zumal viele Anwohner Zweifel an der Notwendigkeit eines Dachlandeplatzes haben. Walter Schöffel von der BIG äußerte sogar die Vermutung, dass bei den berechneten Flugbewegungen die Versorgung der Haunerschen Kinderklinik nicht berücksichtigt sein könnte. Ein „Schildbürgerstreich“ wäre das, meinte Schöffel.

BA-Vorsitzender Johann Stadler (CSU) verwies die Anwesenden auf das Gutachten und die Frist für Einwendungen, die bis zum 31. Dezember 2019 läuft. Neben dem Hubschrauberlärm ist die zu erwartende Verkehrsbelastung durch den Klinikneubau das, was die Anwohner am meisten umtreibt. Sie fürchten nicht nur den Baustellenverkehr während der 20 bis 25 Jahre Bauzeit, sondern kritisieren auch eine Nichtberücksichtigung des Campus-Verkehrs der Ludwig-Maximilians-Universität.

Die BIG glaubt, dass die Verkehrswege und Parkflächen nicht genügend Kapazität haben könnten. Befürchtungen, die auch auf der Bürgerversammlung im Oktober angesprochen wurden. Gleichzeitig wünscht sich die BIG, dass das geplante sechsgeschossige Parkhaus mit 1700 bis 1800 Plätzen nahe der Marchioninistraße auf vier Geschosse begrenzt wird. Der in Aussicht gestellte Schallschutz in und am Parkhaus wird dagegen begrüßt.

MARGOT DENY

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