Der Kampf ums Klima geht weiter. Gestern kamen zwar weniger Menschen zum Klimastreik auf den Königsplatz als im September. Doch diese Demo war genauso laut. Und fast noch wütender.
„Wir sind wieder hier. Trotz Regen. Trotz Wind. Und die Uhr tickt. Um die wichtigsten Weichen für eine lebenswerte Zukunft zu stellen, bleiben uns nur noch wenige Jahre!“ Mit diesem Appell eröffnete Antonia Messerschmitt (20) von „Fridays for Future“ gestern den vierten globalen Klimastreik in München. Rund 18 000 Menschen waren laut Polizei auf den Königsplatz gekommen. Die Veranstalter sprechen sogar von 33 000. Der Demonstrationszug durch die Maxvorstadt erstreckte sich auf einer Länge von 1,8 Kilometern.
Eltern, Omas, Wissenschaftler, Ärzte, Unternehmer – sie alle kämpfen für mehr Klimaschutz. Bundesweit gingen gestern im Vorfeld der Weltklimakonferenz, die am 2. Dezember in Madrid startet, Menschen in über 500 Städten auf die Straße. Auch in Bayern – so demonstrierten in Freising und Rosenheim rund 1000 Menschen.
Die Wut auf die Politik ist groß – auch in München. Die Menge johlte, als der Kabarettist Claus von Wagner (ZDF-Show Die Anstalt) Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) angriff. Bei allem Frust über die als zu träge empfundene Reaktion aus Berlin: „Sie haben es geschafft, die Politik zu bewegen“, lobte die TU-Professorin Miranda Schreurs. So habe das Europäische Parlament in der vergangenen Woche den Klimanotstand ausgerufen. Jetzt liege der Ball bei der Politik, die Ziele umzusetzen, sagte die Umweltexpertin.