Zum Kochen in den Keller gehen

von Redaktion

Das Hofbräuhaus am Platzl braucht mehr Platz

VON MARC KNIEPKAMP

Wenn Hofbräu-Chef Michael Möller auf das Jahr 2019 zurückblickt, zaubert ihm der Erfolg des Hofbräuhauses ein Lächeln aufs Gesicht. „Das macht ein richtig schönes Plus in diesem Jahr.“ So voll war’s, dass der Brauerei-Boss nach zusätzlichem Platz sucht – und so könnte die Küche bald im Keller landen.

Das Hofbräuhaus ist nicht nur eines der wichtigsten Wahrzeichen Münchens, sondern auch ein besonderer Ertragbringer für die Brauerei. „Heuer haben wir erstmals im Sommer fast durchgängig den Festsaal für die Laufkundschaft geöffnet“, erzählt Hofbräu-Chef Michael Möller. Dabei ist der Saal eigentlich für Abendveranstaltungen reserviert.

Die Not macht erfinderisch. Der neueste Plan des Brauerei-Chefs: Die Küche könnte bald in den Keller wandern. Derzeit besetzt sie einen der attraktivsten Räume der Gastwirtschaft – direkt raus zum Platzl. Knapp 200 Quadratmeter nimmt die Küche derzeit ein, im Keller könnten es doppelt so viel sein.

Bereits in diesem Jahr hat Hofbräu den Biertank in den Keller verbannt. Auf der freigewordenen Fläche soll eine Gassenschänke mit bis zu 50 Plätzen entstehen. Zuvor müssen aus dem Raum aber sämtliche Einbauten entfernt werden.

Wandert die Küche auch in den Keller, dann könnte die Gassenschänke größer ausfallen. So attraktiv diese Plätze am Platzl auch wären, weiteres Wachstum wäre dann wohl nur noch außerhalb der heiligen Hallen möglich. Ein Ort, der dafür im Gespräch ist, ist das Zerwirk – denn die Gelegenheit ist günstig.

„Das Gebäude muss saniert werden. Deshalb können die Pachtverträge mit den derzeitigen Pächtern nicht weitergeführt werden“, erklärt Möller. Im März müssen die Pächter raus. Platz also für ein zweites Hofbräuhaus?

Möller findet die Idee offensichtlich charmant, winkt aber ab. „Für eine solche Spekulation ist es viel zu früh.“ Denn das Zerwirk – immerhin das zweitälteste Gebäude der Stadt – muss von Grund auf saniert werden. „Wir gehen da an die Substanz. Alle Installationen und Einbauten müssen raus“, sagt Möller. Erst wenn das Gebäude entkernt sei, könne man einschätzen, wie viel Platz an dem Standort zur Verfügung steht. Denn der ist der kritische Punkt. „Wir würden natürlich gerne eine vernünftige Münchner Gastronomie dort etablieren“, sagt Möller und schwärmt: „Das Zerwirk ist ein wunderschönes Gebäude an einem hervorragenden Standort.“ Das wird eine längere Baustelle, „mindestens zwei bis zweieinhalb Jahre“, schätzt Möller. Zudem sind die Räume auf drei Geschosse verteilt.

Ein weiteres Projekt geht Möller jetzt im Hofbräuhaus selbst an. Alle Räume sollen barrierefrei zugänglich werden. „Dafür brauchen wir eine neue Liftanlage.“ Ebenfalls eine logistische Herausforderung, weil das Hofbräuhaus in den einzelnen Geschossen verschiedene Ebenen hat.

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