Neue Analyse soll Durchbruch bringen

von Redaktion

Im Mordfall Domenico L. setzen die Ermittler auf erweitertes DNA-Verfahren

Bringt eine neue, ganz spezielle DNA-Analyse den Durchbruch im Fall des vor sechseinhalb Jahren an der Isar ermordeten Domenico L.? Wie die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, analysieren derzeit Experten im Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität in Innsbruck die DNA-Spur des mutmaßlichen Isarmörders, der bis heute nicht gefasst worden ist.

Ziel der Analyse ist es nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, auch Erkenntnisse zur Herkunft und zu wahrscheinlichen äußeren Merkmalen des Täters treffen zu können. Das heißt, die Spezialisten wollen aus dem Erbgut herauslesen, aus welcher Region der Täter beziehungsweise seine Vorfahren kommen und welche Haut-, Haar- und Augenfarbe er haben könnte.

DNA-Material des mutmaßlichen Täters liegt vor, da der Mann sich selbst verletzte, als er am 28. Mai 2013 unweit der Corneliusbrücke den Luft- und Raumfahrttechniker Domenico L. erstach. Zudem haben die Ermittler den Speichel des mutmaßlichen Mörders gesichert, da dieser Domenicos Freundin vor dem Angriff ins Gesicht gespuckt hatte.

Wie berichtet, kam es zu der tödlichen Messerattacke, als der Italiener den Angreifer daraufhin zur Rede stellte.

In Deutschland ist die sogenannte DNA-Phänotypisierung laut FAZ bislang noch verboten. Der Bundesrat hat das Gesetz zur „Modernisierung des Strafverfahrens“, das der Polizei diese Methode der forensischen Genetik künftig erlauben soll, gerade erst gebilligt. Es ist jedoch noch nicht in Kraft. Das bayerische Polizeiaufgabengesetz (PAG) erlaubt jedoch, anhand von DNA-Spuren auch Erkenntnisse zum Aussehen eines mutmaßlichen Täters zu gewinnen. Die Bundesregierung hat in ihrem Gesetzentwurf zur erweiterten DNA-Analyse bewusst darauf verzichtet, um Minderheiten nicht zu diskriminieren. Ermittler widersprechen dem und sagen, dass sie viel gezielter suchen könnten, je mehr Merkmale sie hätten. So könnte man im Fall des getöteten Italieners beispielsweise den Kreis jener Männer eingrenzen, die man zu einer Speichelprobe lädt. Bislang hat die Mordkommission wie berichtet mehr als 5700 Speichelproben genommen, über 780 Hinweise abgearbeitet und rund 16 000 Menschen überprüft.

„Ergebnisse der Analyse aus Innsbruck liegen noch nicht vor“, sagt Polizeisprecher Werner Kraus. Haben die Experten ihre Arbeit abgeschlossen, müssen die Ermittler in München die Ergebnisse interpretieren. Die Mordkommission gibt nicht auf, Domenicos Mörder zu jagen. Denn sie fürchtet, dass der Täter wieder zuschlagen könnte. Die Ermittler schätzen den Isarmörder als gefährlich ein. Sie wollen auf jeden Fall verhindern, dass er wieder aus dem Nichts zuschlägt.  weg

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