Radfahrer verursachen immer mehr Unfälle

von Redaktion

Auf den deutschen Radwegen wird es mit steigender Beliebtheit von Fahrrad und E-Bike offensichtlich immer enger – und gefährlicher. Die Zahl der von Radlern verursachten Unfälle ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das haben die Unfallforscher der Allianz-Versicherung in einem Langzeitvergleich der Unfalldaten des Statistischen Bundesamts herausgefunden. Auch in München kracht es häufiger mit Beteiligung von Radlern.

Der Analyse zufolge ist die Zahl der von Radfahrern verursachten Unfälle von 2001 bis 2018 um zehn Prozent gestiegen, von gut 19 100 auf knapp 21 100. Die Zahl der Unfälle mit zwei beteiligten Radlern hat sogar um fast die Hälfte zugelegt: von 3837 auf 5648, ein Plus von 47 Prozent. „Ein Grund dafür dürfte sein, dass das vorhandene Radwegenetz dem veränderten Radverkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen ist“, sagt Unfallforscher Jörg Kubitzki.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München gab es im vergangenen Jahr 3297 Unfälle mit Radfahrern – 15 Prozent mehr als 2017. Dabei wurden 2933 Radler verletzt. Zehn wurden getötet. 57 Prozent der Unfälle wurden 2018 von Radfahrern verursacht. Diese Tendenz zeigt sich auch bundesweit. Nach Bewertung der Polizei trifft die Radfahrer oft eine Mitverantwortung: Demnach waren 2018 über 96 000 Radfahrer an Unfällen in Deutschland beteiligt. Fast 60 000 Mal stellte die Polizei Fehlverhalten der Radler fest. Häufigste Unfallursache war das Radeln auf der falschen Straßenseite. Auch in München ist dieser Verstoß („Geisterradler“) die häufigste Ursache bei von Radlern verursachten Verkehrsunfällen.

Artikel 3 von 4