„Es ist noch Luft nach oben“, sagt Wolfgang Fischer, Geschäftsführer des Münchner Innenstadt-Unternehmens-Vereins „City Partner“. Ein Grund dafür, dass das Weihnachtsgeschäft heuer bislang etwas schleppender angelaufen ist als vergangenes Jahr, sei das Wetter. „Wir hatten dieses Jahr einen sehr starken Auftakt“, sagt Fischer. „Und dann kam der Föhn.“ Es sei erstaunlich, wie sensibel die Menschen beim Shoppen auf Wetter reagierten. „Temperaturabhängige Artikel wie Winterbekleidung oder Wintersportartikel wurden bislang weniger nachgefragt“, so der Händler-Sprecher.
Doch noch ist alles offen. „Der Montag wird als Endspurt im Weihnachtsgeschäft sicherlich für einen großen Ansturm auf die Geschäfte sorgen, denn viele Verbraucher haben schon frei“, sagt Bernd Ohlmann vom Handelsverbands Bayern (HBE). Er mutmaßt, dass der heutige Montag sogar der umsatzstärkste Tag im laufenden Weihnachtsgeschäft werden könnte. Denn Weihnachten liegt heuer günstig für die Geschäfte – der 23. und 24. Dezember (in der Fußgängerzone sind die Läden an Weihnachten bis 14 Uhr geöffnet) könnten noch mal richtig Geld in die Kasse spülen. Fischer spricht von einem „fünften Adventssamstag“ am Montag.
Ohlmann rechnet damit, „dass wir die schwarze Null erreichen“. Das ist er Fall, wenn der Münchner Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft von 1. November bis 31. Dezember rund 2,1 Milliarden Euro umsetzt. So viel wie 2018. In Bayern waren es 13,7 Milliarden Euro.
Der Internethandel kann schon jetzt mit einem satten Plus rechnen. „Die Online-Umsätze im Weihnachtsgeschäft in München werden mit rund 350 Millionen Euro auf Rekordhöhe steigen“, prognostiziert Ohlmann. Ein Plus von über zwölf Prozent.
Wie wichtig das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel ist, zeigen die Zahlen: Rund 20 Prozent des gesamten Jahresumsatzes werden in dieser Zeit gemacht. Ohlmann: „Es gibt Branchen, da sind es sogar 40 Prozent, zum Beispiel im Spielwarenbereich.“ Die Zeit zwischen Weihnachten und Jahresende ist für den Einzelhandel mittlerweile genauso wichtig wie die heiße Phase vor dem Fest. Grund: „Rund ein Viertel der Geschenke wird wieder als Gutschein oder Bargeld unterm Baum liegen“, weiß Ohlmann. Geschenke, die bis Jahresende eingelöst werden. Umgetauscht werden nur noch rund fünf Prozent der Geschenke.