Kommt bald die Grippewelle?

von Redaktion

Noch verläuft die aktuelle Grippe-Saison moderat. Das könnte sich bald ändern. Denn Influenza-Viren haben im Februar und März ihre Hochphase. Die ersten Vorboten sind allerdings schon da.

VON BARBARA NAZAREWSKA UND DANIELA SCHMITT

Die Grippe schleicht sich nicht an – sie ist plötzlich da: Die Patienten entwickeln hohes Fieber, sie leiden unter Schüttelfrost, Kopfweh, Gliederschmerzen. In jüngster Zeit wurden vermehrt Influenza-Fälle aus ganz Bayern gemeldet. Während im Kreis Starnberg sogar zwei Grundschulen bis Ende der Woche geschlossen bleiben (wir berichteten) – weil sich dort die Erkrankungen besonders häuften –, schnellen auch die Zahlen in und rund um München nach oben. Eine Sprecherin des städtischen Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) bestätigt: „Die Grippewelle ist aktuell im Anstieg.“

In den ersten drei Wochen dieses Jahres seien allein in München 533 Grippefälle gemeldet worden. 2019 waren es im selben Zeitraum „nur“ 302 Fälle. Schon jetzt verzeichnen einige Schulen und Kindertagesstätten einen erhöhten Krankenstand. „Ein krankes Kind in der Kita reicht – dann können schnell auch 50 Eltern krank werden“, sagt Allgemeinarzt und Impfexperte Dr. Markus Frühwein. Bis Februar, März könnte sich die Situation zuspitzen – dies seien die typischen Monate, in denen die Grippewelle grassiert. Frühwein rät daher dringend zur Impfung; insbesondere auch bei Kindern. Der Schutz setze in ein bis zwei Wochen ein.

„Wer sich impfen lässt, schützt doppelt – sich selbst und die Menschen im eigenen Umfeld“, bestätigt Prof. Christoph Dodt, Chefarzt des Notfallzentrums in der München Klinik Bogenhausen und Vizepräsident der Europäischen Gesellschaft für Notfallmedizin (EUSEM). Denn: „Für einige Menschen kommt eine Impfung nicht infrage, etwa für Schwerkranke. Gerade für sie kann aber eine Virusgrippe gefährlich werden. Diesen Menschen hilft man, indem man sich selbst impfen lässt – ganz im Sinne des sogenannten Herdenschutzes“, erklärt Prof. Dodt.

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