Lohnt sich ein Makler? „Wir sind unser Geld wert, denn wir agieren als Puffer zwischen Verkäufer und Käufer und haben viel Erfahrung, die passenden Mieter auszusuchen“, sagt Makler Harald Huber (44) aus München. Für Mieter ist die Höhe der Maklerprovision auf höchstens zwei Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer begrenzt. Bei Vermietern ist die Höhe der Provision frei verhandelbar. Im Normalfall liegt sie allerdings zwischen 1,5 und 2 Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer. Im Folgenden erklären die beiden Experten, worauf Kunden achten müssen und mit welchen Tricks schwarze Schafe der Branche arbeiten:
• Trick 1: Mietinteressenten zu Unrecht blechen lassen.
Wer anschafft, zahlt. Das besagt das Bestellerprinzip im Gesetz. Der Regelfall ist, dass ein Vermieter einen Makler beauftragt, einen Mieter zu finden. Damit zahlt auch der Vermieter. „Wenn ein Makler Geld vom Wohnungssuchenden will, dann ist das seltsam und meistens auch nicht rechtmäßig“, stellt der Münchner Makler Harald Huber klar.
• Trick 2: Aggressive Werbung.
Wie findet man einen guten Makler? „Ich werde weiterempfohlen, zufriedene Kunden sind die beste Referenz“, sagt Huber. Informativ sind laut Makler Gratzel auch Kundenbewertungen im Internet. „Daran sieht man, wie viel Erfahrung jemand hat.“ Vorsicht sei dagegen bei aggressiver Werbung und Protzerpose geboten.
• Trick 3: Auftragserteilung im Kleingedruckten.
Wenn ein Makler eine Unterschrift will, sollte sich der Mietinteressent genau durchlesen, was er unterschreibt. Nicht, dass sich im Kleingedruckten doch irgendwo ein Suchauftrag verbirgt. (siehe Trick 7)
• Trick 4: Seltsame Zusatzgebühren.
Reservierungsgebühr, Anfahrtskosten, Servicegebühr? „So etwas verlangt kein seriöser Makler“, sagt Peeter Gratzel. Zwar schießen Makler mitunter viel Geld vor, insbesondere, wenn es um den Immobilienverkauf geht. Schließlich wollen Anzeigen geschaltet Formulare besorgt, Fotos gemacht, Nachweise und Wertgutachten beigebracht werden. Doch das, so sagt Harald Huber, „ist unser Job. Geld verlangen seriöse Makler erst im Erfolgsfall und nicht vorher.“
• Trick 5: Große Klappe, nichts dahinter.
Die Berufsbezeichnung „Makler“ ist nicht geschützt. Damit sie nicht an einen bloßen Schaumschläger geraten, sollten Kunden sich erkundigen, welche Qualifikationen der Makler hat. „Eine kaufmännische Ausbildung, ein Handelsfachwirt oder ein Immobilienfachwirt sollte schon sein, und zudem eine Zertifizierung“, sagt Harald Huber, ein von der Dekra zertifizierter Immobilienfachwirt. Peter Gratzel aus Erding hat eine IHK-Zertifizierung.
• Trick 6: Unangemessener Zeitdruck.
Klar, Vermieter oder Immobilienverkäufer wollen nicht unnötig warten. Doch Achtung, wenn man Sie sehr unter Zeitdruck setzt. Dann checken Sie lieber Preis und Konditionen. Ist der Verkaufspreis angemessen? Ist die Miete im Rahmen des Mietspiegels beziehungsweise nicht mehr als zehn Prozent darüber? Von der Mietpreisbremse gibt es nur wenige Ausnahmen: Auf Zeit vermietete möblierte Wohnungen, Neubauten oder grundsanierte Wohnungen dürfen teurer sein. Oder Wohnungen, für die schon der Vormieter über Marktpreis blechen musste. Das Gute für Mieter: Sie können unterschreiben und später immer noch auf die Mietpreisbremse treten und verlangen, dass die zu hohe Miete angepasst wird.
• Trick 7: Suchauftrag durch die Hintertür.
Die Wohnung, die Sie wollten, ist schon vergeben? Das ist kein Grund, einen kostenpflichtigen Suchauftrag aufzugeben. Hier muss man aufpassen, denn es gibt Klauseln, nach denen sich Makler alleine fürs Suchen bezahlen lassen. Geht gar nicht, findet Huber: „Man muss immer ein Erfolgshonorar vereinbaren.“ Bezahlt werde bei Vermietung, sonst nicht. Sein Tipp: „Man kann sich bei Maklern listen lassen und eine Provisionsvereinbarung für den Erfolg treffen, also wenn er eine Mietwohnung oder Kaufimmobilie für einen findet“, sagt Harald Huber. Das empfiehlt sich vor allem für Kaufinteressenten. „80 Prozent der verkauften Immobilien gehen an gelistete Kunden und tauchen niemals im Internet auf“, sagt Huber.