Ärger über Rodung wegen Kitabau

von Redaktion

Betreuungsplätze ja, Komplettabholzung nein: Kahlschlag entsetzt Anwohner in Berg am Laim

Alles gefällt! Mit Entsetzten reagieren Anwohner auf die Rodungen an der Ecke Ursberger-/Hohenburgstraße. Am Ende waren drei alte Eichen, mehrere Kiefern und jede Menge Gestrüpp einfach weg. „Das Grundstück gleicht jetzt einem Acker“, schimpft Anlieger Florian Berger, „die Stadt geht hier verantwortungslos mit der Natur um.“

Das Grundstück sei Teil des alten Rosenheimer Bahndamms und Beginn des beliebten Spazierweges zur Kirche St. Stephan in Baumkirchen, der gerade von vielen Hundebesitzern gerne benützt werde. „Wir ärgern uns auch deshalb, weil das Planungsreferat 2001 bei einer Informationsveranstaltung zur Bebauung der alten Baumschule an der Hansjakobstraße versprochen hat, die Grünflächen hier zu erhalten“, sagt Berger. Das Baugrundstück sollte dazu extra umgewidmet werden.

Nun aber errichtet die Stadt hier einen zweigeschossigen Neubau in Holzbauweise mit begrüntem Dach, in dem 36 dringend benötigte Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden sollen. Der Kindergarten sei in der Tat notwendig, gibt Berger zu. „Aber die alten Bäume hätte man doch zumindest teilweise in die Außenanlagen integrieren können.“

Laut Baureferat wurde bereits bei der Planung sorgfältig geprüft, ob und wie der vorhandene Baumbestand erhalten werden könnte. „In diesem Fall konnte eine raumprägende Hainbuche im Westen des Grundstücks erhalten werden“, sagt eine Sprecherin. Der Bezirksausschuss Berg am Laim habe der Maßnahme vergangenes Jahr zugestimmt, im November wurde dann die Baugenehmigung erteilt. Die Untere Naturschutzbehörde hatte die Fällungen der Bäume erlaubt.

Die Bauarbeiten für die neue Berg-am-Laimer Krippe beginnen Mitte Mai, im Dezember 2021 soll Fertigstellung sein. Dann werden auch neue Bäume gepflanzt. CARMEN ICK-DIETL

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