Woher der Begriff kommt, ist unklar. Eine Theorie besagt, dass man beim Schafkopfen früher die Spiele mit neun oder zwölf Kreidestrichen notierte. Das sah dann so aus wie ein stilisierter Schafskopf. Belege für diese Annahme gibt es aber nicht. Klar ist aber, dass immer weniger Menschen mit Schafkopf-Begriffen wie Schneider oder Wenz etwas anfangen können. Schafkopfen droht aus der Mode zu kommen.
Das will die CSU ändern. Bürgermeister Manuel Pretzl möchte das traditionelle Kartenspiel in Schulen unterrichten lassen – und dazu gleich noch den Münchner Dialekt. Die Fraktion wird heute zwei Anträge einreichen. Darin wird die Landeshauptstadt München aufgefordert, zu prüfen, ob sie an ihren Einrichtungen Schafkopfen und Bairisch als Wahlfach oder Arbeitsgemeinschaft anbieten kann.
Im Fach Bairisch soll Kindern und Jugendlichen der Münchner Dialekt dadurch nähergebracht werden, dass die Unterschiede zum Hochdeutsch in Phonologie, Grammatik, Syntax, Lexik und Idiomatik verdeutlicht werden. Als Beispiele ließen sich Wörter wie „Semmel“ oder „strawanzn“ sowie „Trottoir“ oder „Potschamperl“ anführen, an denen sich nicht nur die sprachliche Eigenart verdeutlichen, sondern auch geschichtliche Hintergründe erklären ließen.
In der Begründung heißt es weiter, dass das bayerische Brauchtum in seiner kulturellen und geschichtlich gewachsenen Eigenart in Vergessenheit zu geraten drohe. „Schafkopfen ist ein integraler Bestandteil der bayerischen Tradition“, sagte Pretzl dieser Zeitung. „Umso erfreulicher ist es, dass wieder mehr Menschen Interesse an diesem Spiel haben und auch wieder mehr Wirtschaften das Schafkopfen in ihren Räumlichkeiten gestatten.“ Um diese Tradition zu pflegen, sei es wichtig, dass Kinder und Jugendliche dieses Spiel erlernen können. „Das ist auch deshalb wünschenswert, weil Schafkopfen Eigenschaften wie Konzentrationsfähigkeit, Kopfrechnen und soziale Kompetenz fördert.“ Der Bayerische Philologenverband sieht das ähnlich. In einer Mitteilung aus dem Jahr 2018 schreibt er, Spiele wie Schafkopf dienten der Rückbesinnung auf Heimat und Tradition.