„Friedensstifter müssen wir sein“

von Redaktion

75 Jahre nach der Zerstörung der Kirche St. Michael an der Neuhauser Straße haben die Jesuiten ihre Fastenpredigten unter das Motto „Kriegsende – Zeitzeugen berichten“ gestellt. Den Auftakt machte am gestrigen Sonntag der frühere bayerische Kultusminister Hans Maier (88). Er erinnerte sich an seine Kindheit in Freiburg – „trotz ,Drittem Reich‘ und Krieg eine glückliche Kindheit“, wie er sagte. Er ministrierte als Jugendlicher, bis der Pfarrherr ihn 1942 an die Orgel versetzte – der Organist war eingezogen worden. „Ich bestritt Jahre hindurch fast alle Gottesdienste.“ Auch Messen für ehemalige Ministranten, die gefallen waren. Maier erinnerte sich, wie er und seine Schwester nach einem Bombenangriff im Keller ihres Hauses verschüttet waren, an riskante Fahrradausflüge, an absurde Propaganda und an das Hadern mit der Rolle Gottes angesichts des großen Sterbens. Sein Fazit: „Menschliche Freiheit kann auch eine tödliche Freiheit sein.“ Und als Mahnung für das Heute erinnerte er an Jesu Worte in der Bergpredigt. Dort heiße es nicht einfach „Selig die Friedfertigen“, es heiße vielmehr „Selig die Friedensmacher, die Friedensstifter“. „So sind wir weiter gefordert, mit aller Leidenschaft für Gewaltlosigkeit, für Freiheit und Frieden einzutreten“, sagte Maier. „Denn der Friede ist nicht selbstverständlich. Wir Kinder des Krieges haben es ja erlebt.“  lö

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