Starkes Zeichen gegen rechts

von Redaktion

Tausende Münchner haben am Freitagabend dem ungemütlichen Wetter getrotzt und auf dem Max-Joseph-Platz ein Zeichen gegen rechten Terror, Antisemitismus, Rassismus – und die AfD – gesetzt. Mit dabei war auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der alle Parteien dazu aufrief, den Feinden der Demokratie entschlossen entgegenzutreten.

VON SEVERIN HEIDRICH UND MARC KNIEPKAMP

„Wir müssen aufpassen, dass das braune Gift nicht weitersickert, ins demokratische Grundwasser kommt“, sagte Söder. Zu der Kundgebung vor der Oper hatte ein breites Bündnis aus Organisationen, Parteien, Vertretern der Zivilgesellschaft und der Kulturszene aufgerufen. Mehr als 7500 Menschen waren dem Aufruf gefolgt und füllten den Max-Joseph-Platz – trotz eisigen Windes und Corona-Angst.

Dabei schlüpfte Söder in eine neue Rolle. Vor eineinhalb Jahren hatten 130 Verbände zur Demo unter dem Motto „ausgehetzt“ aufgerufen – und dabei explizit die Flüchtlingspolitik der CSU ins Visier genommen. Am Freitag ging Söder nun die AfD mit scharfen Worten an: Diese sei kein Stammtisch verirrter Konservativer oder eine Opfergruppe der Political Correctness. Der völkische Flügel von Björn Höcke wolle zurück in die 1930er Jahre – das sei „eine neue NPD und nichts anderes“. Söder rief alle Parteien auf, sich dem entschlossen entgegenzustellen: „Wir müssen zusammenhalten.“ Eine kleine Gruppe von Demonstranten versuchte, Söders Rede zu stören, indem sie zu Beginn ein Transparent ausrollte und „Söder, du Hundesohn“ skandierte.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) war ebenfalls gekommen – genauso wie die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Charlotte Knobloch. Reiter rief dazu auf, sich „allen Hetzern, allen Spaltern, allen Rassisten“ entgegenzustellen. Knobloch nannte AfD-Vertreter „die Stichwortgeber für die Terroristen“ unter anderem von Hanau. „Sie sind die Brandstifter in einem Land, das mit dem Löschen kaum noch nachkommt.“ Man müsse zusammenstehen gegen Hass und für Toleranz.

Auch die Kabarettisten Maxi Schafroth und Simon Pearce waren da. Gerhard Polt fehlte wegen Zahnschmerzen, Amelie Fried moderierte. Die Veranstalter rund um Bellevue-di-Monaco-Impresario Till Hofmann merkten an, die AfD sei keine Alternative, „sondern eine tödliche Sackgasse“.

Die AfD-Spitzenkandidatin bei der Kommunalwahl, Iris Wassil, sieht das naturgemäß anders. Sie hatte die Kundgebung im Vorfeld als „Höhepunkt der Hetze“ bezeichnet.

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