Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen – und das nach Plan. Am Montag hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Katastrophenfall ausgerufen. Heißt für uns konkret: Läden dicht, Restaurants haben nur bis 15 Uhr auf. Veranstaltungen und Versammlungen sind größtenteils verboten. Aber halten sich auch alle dran? Die Behörden greifen jetzt durch.
Gestern Nachmittag im Englischen Garten: Der Park ist gut besucht, etliche Münchner spielen in der Sonne Frisbee oder sitzen auf den Wiesen zusammen. Eine Hundertschaft der Polizei ist unterwegs, um größere Gruppen aufzulösen. Wer auf einen Platzverweis nicht reagiert, dem droht ein Bußgeld.
Aus den Lautsprechern auf einem Polizeibus dröhnt es: „Um Ihr Infektionsrisiko zu minimieren, werden Gruppen über fünf Personen getrennt. Außerdem werden alle gebeten, den Abstand von 1,5 Metern einzuhalten.“ Die Durchsage endet mit: „Bleiben Sie zuversichtlich und genießen Sie den sonnigen Tag – mit dem nötigen Abstand.“ Dafür gab’s sogar Applaus von den Besuchern.
Zuvor hatte die Polizei bereits 712 Lokalitäten in der Stadt kontrolliert, wie Pressesprecher Marcus da Gloria Martins erklärte. 663 hätten sich an die geltenden Verfügungen gehalten, 49 nicht. Ein Betrieb habe sich gegen die Auflagen gewehrt – und dann eine Anzeige kassiert. „Dabei handelt es sich nicht um eine Strafanzeige“, stellt da Gloria Martins klar. Stattdessen gebe es klare Vorgaben durch das Infektionsschutzgesetz. Und wenn jemand völlig uneinsichtig ist? Dann droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr. sev