Findige Ideen gegen den Corona-Abschwung

von Redaktion

Das Kino „Neues Maxim“ im Stadtteil Neuhausen, seit Schließung des „Gabriel“ das zweitälteste Haus in München, kämpft wie so viele gegen die Corona-Krise – und das mit findigen Ideen: „Wir haben zahlreiche aufmunternde Mails unserer Gäste bekommen“, erzählt Geschäftsführerin Anne Harder im Gespräch mit unserer Zeitung. „Viele geben uns auch Anregungen und wollten wissen, wie sie uns unterstützen können.“

Neben Spenden und Kino-Gutscheinen, die man jetzt schon für die Zeit nach Corona erwerben kann, bietet das „Neue Maxim“ Sesselpatenschaften. Für 300 Euro netto kann man sich seinen Lieblingsplatz aussuchen, der dann eine kleine Plakette etwa mit dem Namen des Spenders bekommt – übrigens auch als Geschenk an Cineasten wunderbar geeignet. Besitzansprüche gehen damit allerdings nicht einher: „Es ist als solidarische Patenschaft gedacht. Es bleibt in unseren beiden Sälen bei freier Platzwahl“, erklärt Harder. Infos dazu finden sich auf der Website www.neues-maxim.de.

Auch andere Kulturbetreiber haben solche Ideen: Das „Cafe Luitpold“ etwa verkauft jetzt Gutscheine, um genug Liquidität zu haben, um nach der Corona-Krise wieder eröffnen zu können.

Dem altehrwürdigen „Neuen Maxim“ – 1912 wurde es eröffnet – macht die Pandemie schwer zu schaffen. „Unsere Einnahmen sind gleich null – wie bei anderen Kinos auch“, sagt Harder, inzwischen im Homeoffice. „Miete und andere Verträge laufen aber weiter.“ Auch eine Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte brauchen ihr Gehalt zum Leben. „Wir haben uns schon schweren Herzens von unseren 14 Mini-Jobbern trennen müssen“, sagt Harder, die als Selbstständige derzeit ebenfalls keinen Cent verdient.

Was ihr und ihrem Team bleibt, ist die Hoffnung, dass der Corona-Spuk schnell vorbeigeht: „In der ersten Woche der Schließung war ich ziemlich frustriert. Jetzt – auch nach dem Zuspruch vieler unserer Stammgucker –bin ich zuversichtlicher. Es muss ja weitergehen.“ KATRIN BASARAN

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