Kristina Frank (38) ist seit 1. August 2018 Kommunalreferentin der Stadt. Jung, sportlich, dynamisch, unverbraucht – so gibt sich die studierte Juristin. Und sie setzt auf Digitalisierung und Kommunikation. Spontan hat Frank zu Beginn dieser Woche noch einmal eine Pressekonferenz einberufen und ein 100-Tage-Programm für die Zeit nach der Wahl präsentiert. Natürlich per Videobotschaft in Zeiten von Corona. Auch sie sagt: Vor Bewältigung aller Sachthemen gelte die oberste Priorität der Landeshauptstadt derzeit „der gemeinsamen Bewältigung de Corona-Krise“.
Verkehr: Kristina Frank sträubt sich gegen „eine ideologische Umverteilung zugunsten nur des einen Verkehrsträgers Rad“, wie sie sagt. Es gehe um ein faires Miteinander in der Mobilität, nicht um ein Gegeneinander. Sie fordert eine Korrektur der Beschlüsse zur Umsetzung des Radbegehrens. Die Verknüpfung aller Sharing-Angebote in der Stadt (Rad, Auto, Sammeltaxis, Scooter, E-Roller) mit dem ÖPNV in einer App solle zur Selbstverständlichkeit werden. Ferner bedürfe es einer vernetzten, digitalen Verkehrssteuerung mit dem Ziel einer „Grünen Welle“. Frank plädiert außerdem für einen unterirdischen Autobahn-Südring sowie den Bau des Landshuter-Allee-Tunnels.
Wohnungsbau und Mieten: Kristina Frank hält einen generellen Mietendeckel für verfassungswidrig. Sie wolle „keinen Klassenkampf“ zwischen Vermietern und Mietern. Bei der Stadtentwicklung plädiert die CSU-Kandidatin weder für Wohnungsbau um jeden Preis noch für einen generellen Wachstumsstopp. Sie stehe für „eine ausgeglichene Wohnbauentwicklung mit Augenmaß“. Darunter versteht Frank zum Beispiel das Programm „München +2“. Es bedeutet das Aufstocken bestehender Gebäude und höhere Bauten zur Gewinnung von Wohnraum innerhalb des Mittleren Rings. Der Charakter der Gartenstädte müsse hingegen erhalten bleiben. Den möglichen Ankauf von Häusern in Erhaltungssatzungsgebieten müsse die Stadt Einzelfall für Einzelfall bewerten. Die SEM lehnt Frank ab.
Umwelt- und Klimaschutz: Kristina Frank setzt auf das Motto „Anreize statt Verbote“, etwa bei der Förderung der E-Mobilität oder energetischer Gebäudesanierung. Die Busflotte der MVG soll sukzessive elektrifiziert werden, die Stadtverwaltung bis zum Jahr 2030 klimaneutral sein. Die Ausrufung des Klimanotstands hielt die CSU-Kandidatin indes für ein falsches Signal. Frank will für mehr Klimaschutz ein eigenes Referat schaffen und damit das bestehende Referat für Umwelt und Gesundheit in zwei Häuser trennen. KLAUS VICK