Auf dem Papier scheint alles klar: Getestet wird, wer Symptome hat und in engem Kontakt mit einer infizierten Person steht oder in einem Risikogebiet war. Dann werden Menschen in Quarantäne geschickt. Dass in der Wirklichkeit manchmal nicht alles so klar ist, zeigt das Beispiel der Hausärztin Dr. Cornelia Königsbauer, die in Nymphenburg eine Praxis betreibt.
In ihrer Familie haben sich Angehörige mit Covid-19 angesteckt. „Deshalb habe ich die Praxis geschlossen“, erklärt die 64-Jährige. Am Donnerstag vergangener Woche hat sie bei sich selbst – nachdem auch Symptome aufgetreten waren – einen Abstrich gemacht. Seitdem musste sie aber auf das Ergebnis warten. Ihre Versuche, Kontakt mit den Behörden aufzunehmen, waren mühsam. Immer und immer wieder rief sie bei der Corona-Hotline 116 117 an: „Völlig hoffnungslos!“
So blieb die Ungewissheit. Auch für ihre gute Freundin Ariane Muss, mit der sie vergangene Woche mehrfach Kontakt hatte. Sie hat sich eigenen Worten zufolge beim Gesundheitsamt erkundigt und erfahren, dass sie nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts nicht in Quarantäne muss. Weil Muss auf dem Papier keinen offiziellen Kontakt zu einer bestätigt infizierten Person hatte. „Das kann doch nicht sein“, sagt die 61-Jährige mit Blick auf die Situation bei ihrer Freundin, bei der praktisch nur noch das Testergebnis aussteht. Beide taten das einzig Richtige: Sie sind freiwillig in Quarantäne gegangen, um andere Menschen zu schützen. nah