Der Tierpark braucht Hilfe

von Redaktion

Für den Tierpark Hellabrunn wird die Luft immer dünner. Seit seiner Schließung beklagt er einen Einnahmenverlust von 2,7 Millionen Euro – Geld, das für die Tierpflege dringend benötigt wird. Nun bittet der Zoo mit einer Online-Spendenaktion um Hilfe.

VON LAURA FELBINGER

Tierfutter, Medizin, Pflege, Heizung, Strom und Wasser: Das alles kostet den Tierpark Hellabrunn jede Menge Geld – und das 365 Tage im Jahr. Seit dem 17. März ist der Tierpark aufgrund der Corona-Krise für Besucher geschlossen. „Seitdem haben wir bereits 2,7 Millionen Euro an Einnahmen verloren“, sagt Tierparkdirektor Rasem Baban (54). Dabei koste der Tierpark pro Tag etwa 50 000 Euro. Schließlich müssen die über 18 000 Tiere auch ohne Publikum versorgt werden.

Zudem stößt der Tierpark auf weitere Probleme. „Wir brauchen unsere Tierpfleger dringend, deren Beruf wird aber nicht als systemrelevant eingestuft“, so Baban. Demnach würden für seine Mitarbeiter auch keine Sonderregelungen gelten, was die Kinderbetreuung angeht. Man könne auch nicht für alle Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen. Die Tiere bräuchten schließlich genauso viel Pflege wie sonst – teilweise sogar mehr. „Manche Tiere, etwa unsere Primaten, sind es gewohnt, mit den Besuchern zu interagieren“, erklärt Baban. „Sie langweilen sich sonst.“ Deshalb müssten die Pfleger die Tiere mit zusätzlichem Spielzeug beschäftigen.

„Ich hoffe sehr, dass der Park am 11. Mai wieder öffnen darf“, sagt Baban. Ob und unter welchen Voraussetzungen das so ist, will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) heute mit seinem Kabinett besprechen. „Wir haben jedenfalls schon ein detailliertes Hygiene-Konzept ausgearbeitet“, sagt der Tierparkchef.

Sollte Hellabrunn am 11. Mai immer noch nicht öffnen dürfen, könnten wichtige Projekte wohl nicht umgesetzt werden. „Ende des Jahres wollten wir mit den Bauarbeiten für eine neue, größere Löwenanlage beginnen“, erzählt Baban. Auch andere Gebäude müssten dringend saniert oder neu gebaut werden. „Wir wollen ja, dass unsere Gebäude für Mensch und Tier optimal sicher bleiben.“

Eines steht für den Direktor fest: Notschlachtungen kommen nicht infrage. „Selbst wenn die Lage noch viel dramatischer würde“, betont Baban. Ein Tierpark in Neumünster hatte Mitte April wegen ebensolcher Notfallpläne deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.

Von der Stadt bekommt Hellabrunn keine zusätzliche Unterstützung. „Den Freistaat habe ich um einen Rettungsschirm gebeten, aber da kam leider bisher keine Antwort“, erklärt der Tierparkdirektor. Nun hofft er, dass Spenden das Überleben des Tierparks sichern.

Online läuft seit Kurzem eine Solidaritätskampagne auf einer GoFundMe-Spendenseite: https://bit.ly/3cLHs0i. Unterstützen kann man den Zoo außerdem, indem man sich im Hellabrunner Förderkreis engagiert, eine Tierpatenschaft übernimmt oder indem man Gutscheine kauft.

Artikel 4 von 4