Gesund abnehmen trotz Rotwein und Schokolade? Das klingt zu schön, um wahr zu sein! Es ist aber tatsächlich möglich – jedenfalls dann, wenn man in Maßen genießt. Der medizinische Hintergrund: Im Rotwein steckt unter anderem Resveratrol und in dunkler Schokolade Catechin. Beide Pflanzenstoffe aktivieren bestimmte Eiweiße im Körper. Diese sogenannten Sirtuine können ein Schlüssel dazu sein, um Gewicht zu verlieren und den Alterungsprozess zu verlangsamen. „Sirtuine sind wertvolle Langlebigkeits-Enzyme“, erklärt Professor Dr. Bernd Kleine-Gunk. „Mit einer speziellen Ernährung können wir uns die Sirtuine noch besser zunutze machen.“ Über diese sogenannte Sirtfood-Strategie hat der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anti-Aging-Medizin einen Bestseller geschrieben. Im großen Gesundheitsreport erklärt Kleine-Gunk, wie einfach man sich jünger essen kann – und zwar mit relativ wenig Aufwand und viel Genuss.
In England ist Sirtfood in aller Munde – spätestens seit Superstar Adele („Rolling in the deep“) damit einen verblüffenden Diäterfolg erzielt haben will. Die 32-Jährige räumte nämlich nicht nur 15 Grammys ab, sondern auch stolze 45 Kilo Körpergewicht. Aber um solche Ausmaße geht’s Professor Dr. Bernd Kleine-Gunk gar nicht.
Der Nürnberger Mediziner bemüht sich seit Jahren darum, das wissenschaftliche Fundament der Anti-Aging-Medizin zu festigen. Er hält wenig von Superlativen in Sachen Diät: „Es kommt ja nicht nur darauf an, wie viel man abnimmt, sondern auch auf welche Weise. Mit Sirtfood kann man wirklich sehr, sehr gesund abnehmen – und zwar ohne Fehlernährung. Der zweite entscheidende Aspekt ist: Man bremst auch noch den natürlichen Alterungsprozess.“
Das Schöne an Sirtfood: Im Gegensatz zu vielen anderen Diäten, die bestimmte Lebensmittel verbieten, betont diese Ernährungsstrategie eher, was alles erlaubt ist. „Das hat den Vorteil, dass man die Ernährungsumstellung mit Spaß umsetzen kann und dadurch oft auch länger am Ball bleibt“, findet Kleine-Gunk.
Was aber hat es mit den sagenumwobenen Sirtuinen denn genau auf sich? „Sirtuine haben unter anderem eine Reparaturfunktion. Sie bauen den intrazellulären Müll ab“, berichtet der Anti-Aging-Professor und erklärt: „Unsere Zellen kann man sich vorstellen wie Riesenfabriken. Darin fallen Abfallprodukte an, die dem Körper schaden, wenn sie nicht abtransportiert werden. In der Jugend gelingt dieser Entsorgungsprozess noch sehr gut, im Alter zunehmend weniger. Dabei helfen die Sirtuine.“ Die nützlichen Enzyme werden beispielsweise dann verstärkt ausgeschüttet, wenn der Organismus in Hunger-Stress gerät, beispielsweise beim Intervallfasten. Man kann die Sirtuine aber auch mit Hilfe bestimmter Pflanzenstoffe aktivieren, das hat sich bereits vor Jahren bei wissenschaftlichen Studien an der US-Eliteuniversität Harvard herauskristallisiert. Genau diese pflanzlichen Substanzen macht sich die Sirtfood-Ernährung zunutze (siehe Tabelle).
Die Liste der positiven Effekte des Super-Proteins ist lang: Sie reicht vom Muskelaufbau und einer Ankurbelung der Fettverbrennung bis hin zu einer Stärkung des Immunsystems und entzündungshemmenden Eigenschaften. Auch den berüchtigten Heißhungerattacken sollen Sirtuine entgegenwirken. Sie stecken unter anderem in Buchweizen, Soja, Chili, grünen Äpfeln, Garnelen, Walnüssen, Chili, Orangen, Zitronen, Grünkohl, Kapern, Kurkuma, Petersilie, Sellerie, Ingwer, grünem Tee, Kaffee und – wie eingangs bereits erwähnt – in dunkler Schokolade und Rotwein.