Wie verwirrt die Münchnerin sein muss, zeigt eine Reihe weiterer Taten, wegen derer die 56-Jährige bereits in den Fokus der Polizei gerückt ist: Anfang Mai, also nachdem sie mutmaßlich die vergifteten Flaschen in die Supermärkte geschmuggelt hat, soll die gebürtige Münchnerin unter anderem am Pfarramt Herz Jesu in Neuhausen mit einem brennenden Stofftuch die schwere Holzeingangstür angesengt haben. Da es Sonntagvormittag war, wurde das Feuer schnell bemerkt und gelöscht. Verletzt wurde niemand. Bereits kurze Zeit später ermittelte die Polizei die Tatverdächtige. Zudem soll die Frau, deren Beruf nicht bekannt ist, Feuer an einer Selbsthilfe-Einrichtung der Stadt gelegt haben. Bei einem der Vorfälle soll sie laut Mordkommissionschef Josef Wimmer auch einen Hähnchenschenkel platziert haben.
Darüber hinaus sei die Frau bereits wegen Hakenkreuz-Schmierereien an Wänden aktenkundig. Allerdings gehen die Ermittler nicht davon aus, dass bei der 56-Jährigen eine rechtsgerichtete Motivation vorliege. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die Münchnerin aufgrund ihrer Erkrankung nur eingeschränkt schuldfähig ist. Daher seien laut Staatsanwalt Lafleur sämtliche bisherigen Verfahren eingestellt worden. weg