Am Anfang stand eine Begegnung der unangenehmen Art: Ein protzig auftretender Bauträger ärgerte den jungen Zimmereiunternehmer Josef Schörghuber so sehr, dass er beschloss: Bauträger kann ich selbst werden. So schildert das Buch „Schörghuber 1954 – 2019“, das soeben im Münchner Volk Verlag erschienen ist (ISBN: 978-3-86222-334-3), die Geburtsstunde der 1954 gegründeten „Bayerischen Hausbau“. 65 Jahre später ist daraus die unter dem Dach einer Stiftung international agierende Schörghuber Unternehmensgruppe geworden – eines der umsatzstärksten familiengeführten Unternehmen in ganz Deutschland mit den Geschäftsbereichen Bauen/Immobilien, Brauereien, Tourismus/Hotel/Bergbahnen und Fischzucht.
Das Buch zum Jubiläum ist weit mehr als eine Unternehmenschronik. Es beleuchtet ein Stück bayerischer und Münchner Wirtschaftsgeschichte. Rasanter Aufbau unter Firmengründer Josef Schörghuber, strukturelle Neuordnung nach dessen Tod ab 1995 unter seinem Sohn Stefan, Fortführung ab 2008 durch dessen Witwe Alexandra Schörghuber – es ist eine Geschichte beständigen Wandels.
Einstieg ins Flugzeugleasing Mitte der 60er-Jahre, Aufbau der Hotel-Sparte 1972, Kauf von Paulaner und Hacker-Pschorr 1997, Vergrößerung der Brausparte in Deutschland und Chile in den Achtzigern, Joint Venture mit Heineken zur „Brau Holding international“ 2001. Ausstieg aus dem Flugzeuggeschäft 2012, Neuausrichtung des Hotelgeschäfts ab 2011, Eingliederung des neuen Bereichs „Seafood“ 2011: Das Buch listet alle wichtigen Stationen auf. Es zeigt mit Hintergrundgeschichten und Anekdoten aber auch, wie oft Zufälle in die Unternehmensgeschichte hineinspielten. So entdeckt der begeisterte Privatpilot Josef Schörghuber 1957 aus dem Flugzeug heraus eine Brachfläche im Münchner Osten. Acht Jahre muss er warten, bis er dort bauen kann, was aus München nicht mehr wegzudenken ist: den Arabellapark.