Corona-Alarm beim Klinik-Caterer

von Redaktion

VON ANDREAS THIEME

Die Corona-Krise erreicht das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität auf Umwegen: Denn es beschäftigt ebenjenen Catering-Service, der seit vergangenem Freitag selbst ein gravierendes medizinisches Problem hat. Wie berichtet, waren mehrere Mitarbeiter des Unternehmens „Apetito“ am Standort Gilching (Landkreis Starnberg) positiv auf Sars-CoV2 getestet worden. Sie sind als Küchenkräfte angestellt. Das örtliche Landratsamt hatte deshalb verfügt, dass der Caterer die Münchner Klinik-Standorte nicht mehr beliefern darf. Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes müssen sich alle in dem Speisenverteilzentrum Gilching beschäftigten Mitarbeiter für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. „Apetito“ liefert täglich 6400 Essen an den LMU-Klinik-Campus Großhadern und an den Campus Innenstadt – 4800 an Patienten, 1600 an Mitarbeiter.

Das Klinikum und „Apetito“ bestätigten den Vorfall gegenüber unserer Zeitung. Zum bisherigen Vorgehen erklärte LMU-Sprecherin Isabel Hartmann: „Die Speisenversorgung des Klinikums erfolgt nach dem Cook & Freeze-Verfahren. Aus einem Speisenverteilzentrum eines externen Lieferanten in Gilching werden alle Tagesmahlzeiten in ununterbrochener Kühlkette bis auf Station geliefert und dort unmittelbar vor dem Servieren schonend endgegart.“

Über das Wochenende war das Klinikum nun gezwungen, die Essensversorgung für Patienten und Mitarbeiter kurzfristig umzustellen – keine einfach Aufgabe. Isabel Hartmann erklärt dazu: „Eine alternative Belieferung des Klinikums wurde zusammen mit dem Dienstleister organisiert, sodass die Speisenversorgung von Patienten und Mitarbeitern durchgängig sichergestellt ist.“ Auch „Apetito“ teilte mit, als verantwortungsvolles Familienunternehmen sei man „auf kritische Situationen“ vorbereitet: „Wir haben für die gegenwärtige Pandemie-Situation Lösungsmodelle erarbeitet, die uns in die Lage versetzen, unseren Versorgungsauftrag zu erfüllen.“ Das warme Mittagessen werde in den klinikeigenen Küchen bereitgestellt, die Organisation des Frühstücks und Abendessens erfolge über dritte, regionale Anbieter. „Zusätzlich steht Obst von regionalen Anbietern zur Verfügung.“

Mehrere betroffene Patienten sowie deren Angehörige berichten hingegen von Unregelmäßigkeiten bei der Essensversorgung am Sonntagabend. Am Montag in der Früh habe das Krankenhaus-Personal teilweise selbst das Frühstück zubereiten müssen – am Mittag soll dann aber alles wieder normal gelaufen sein.

Das LMU-Klinikum will diese angeblichen Ausfälle nicht bestätigen. Auf Nachfrage heißt es aber: „Aktuell liefert der Lieferant direkt Speisen an das Klinikum – unter Umgehung der Gilchinger Betriebsstätte. Vorübergehend gibt es Einschränkungen bei der Menüauswahl.“

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