Für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreas) gibt es oft wenige Behandlungen. Verfügbare Chemotherapeutika wirken längst nicht bei jedem. Wie praktisch wäre es, könnte man schon vorher das Ansprechen auf diese Therapeutika prüfen – und das geht wohl bald! Ermöglichen sollen das „Tumororganoide“. „Das ist ein Schwerpunkt, an dem TU und LMU gemeinsam arbeiten“, sagt Prof. Julia Mayerle, Direktorin der Medizinischen Klinik II des LMU-Klinikums. Auf dem Foto sichtet sie mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Ahmed Alnatsha eine Schale mit solchen Tumororganoiden. Um diese zu erzeugen, entnimmt man erst Tumorgewebe des Patienten – und züchtet damit die Gewebeklumpen. „Diese sehen aus wie kleine Fußbälle“, sagt Meyerle – unter dem Mikroskop. Denn mit bloßem Auge sieht man nur ein Pünktchen. Solche Minitumoren lassen sich problemlos in großer Zahl herstellen. Damit kann man viele Chemotherapeutika auf ihre Wirkung außerhalb des Körpers testen. Denn: „Diese Zellen bilden wieder Eigenschaften des ursprünglichen Tumors aus“, erklärt Prof. Florian Bassermann, Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Klinikum rechts der Isar in München.
Er nennt diese Modelle auch „Avatar-Systeme“. Schon heute beginnt man dieses grundsätzlich auf alle Tumoren übertragbare Prinzip anzu- wenden und die Therapie dann entsprechend den Ergebnissen anzupassen, erklärt Mayerle. „Wir wollen mit den Tumororganoiden aber auch neue Therapien finden“, sagt Bassermann. Stellt man diese in Massen her, könne man daran nämlich tausende Substanzen testen. Möglich sind solche Massentests mit „Pipettierrobotern“, wie es sie auch am Klinikum rechts der Isar gibt. Mit etwas Glück findet sich so ein Wirkstoff – der es sogar zum Medikament schafft.