Rassismus-Vorwurf gegen Münchner Polizei

von Redaktion

Es ist ein schwerer Vorwurf, den BR-Jounalist Malcolm O. (27) gegen die Münchner Polizei erhebt: Die Beamten sollen seinem Bruder und zwei Freunden wegen ihrer dunklen Hautfarbe den Zutritt in den Englischen Garten verwehrt haben. Das berichtet der 27-Jährige im sozialen Netzwerk Twitter. Die Polizei weist die Vorwürfe zurück.

Die drei jungen Männer zwischen 24 und 25 Jahren gerieten am Mittwoch gegen 17 Uhr im östlichen Teil des Englischen Gartens an einer der Eisbachbrücken an eine Kontrollstelle der Polizei. „Meinem Bruder mit seinen zwei schwarzen Kumpels wurde der Aufenthalt verweigert. Weil es Ausschreitungen in Frankfurt, Stuttgart gegeben habe. Sie waren nur zu dritt, hatten keinerlei Alkohol und mussten dennoch Ausweise vorzeigen“, schreibt Malcolm O., ein in München geborener Journalist mit nigerianischen Wurzeln. Laut O.s Bruder soll eine Polizistin dann noch einem „weißen Passanten“ erklärt haben, er dürfe passieren, weil er „nicht ins Klientel“ passe. Die „Jungs“ dagegen dürften nicht hinein.“

Die Polizei teilt dagegen mit: Die Männer hätten versucht, die Kontrolle zu umgehen. Deshalb habe man sie überprüft. Dabei seien sie aggressiv geworden und hätten der Polizei rassistisches Verhalten vorgeworfen. Es habe an dem Tag 110 Kontrollen gegeben, 90 Platzverweise wurden erteilt und 95 Identitäten aller Nationalitäten festgestellt. Einer der Freunde von O.s Bruder sei später am Abend am Gärtnerplatz in Gewahrsam genommen (und wieder entlassen) worden, weil er Beamte massiv beleidigt habe. Das sei auf Video dokumentiert. Kameras habe es bei dem Einsatz im Englischen Garten nicht gegeben, so die Polizei. Auch habe sich noch keiner der drei Betroffenen mit dem Präsidium in Verbindung gesetzt.

Das Thema Rassismus wird derzeit vermehrt bei der Polizei diskutiert. Noch im Juni hatte das Bundesinnenministerium eine Studie über das sogenannte Racial Profiling in Aussicht gestellt, doch Innenminister Horst Seehofer (CSU) nahm die Ankündigung wieder zurück. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte gesagt, er sehe keine Notwendigkeit für eine solche Untersuchung. MARTINA WILLIAMS

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