Regelmäßiges Händewaschen gehört nicht erst seit der Corona-Pandemie zum Schulalltag. In München gibt es jedoch nur noch bei Grundschul-Neubauten auch Handwaschbecken in den Klassenzimmern. In Mittel- und weiterführenden Schulen spart sich die Stadt diese Investition. Die CSU-Stadträte Fabian Ewald und Jens Luther fordern nun, alle Klassenräume wieder mit mindestens einem Wasserbecken auszustatten.
Waschbecken stellten „eine sinnvolle und im Pandemiefall notwendige Ergänzung zu den gemeinschaftlichen Sanitärräumen dar, zu denen in der Regel weitere Wege zurückzulegen sind und an denen Social Distancing schlecht umzusetzen ist“, begründen die Stadträte ihren Antrag. Auch außerhalb einer Pandemie könne regelmäßiges Händewaschen die weitere Verbreitung von Viren eindämmen.
Auslöser für den Antrag sind die Neubaupläne des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums in Bogenhausen, wo die fehlenden Waschbecken aufgefallen waren. Das Bildungsreferat (RBS) begründet den Wegfall mit dem Lernhauskonzept, nach dem seit Juli 2017 alle Münchner Schulen errichtet werden. Zu den kleinen Einheiten mit vier bis sechs Klassenzimmern gehören pro Lernhaus auch eigene Lehrer-Teamräume und Sanitärräume. So spare man sich den großen baulichen Aufwand und die Kosten für die Verlegung von Wasserleitungen in jedes Klassenzimmer. „Zudem ist durch das Fehlen von Tafeln in modernen Schulen kein Wasser mehr fürs Tafelwischen nötig, weil stattdessen Whiteboards benutzt werden“, erläutert RBS-Sprecherin Christina Warta. Bei Grundschulen bleibe das Becken aus pädagogischen Gründen. Weil dort zum Beispiel mit Wasserfarben gearbeitet wird. Trotz Corona halte man daran fest, „da die durch das RBS festgelegten Hygienemaßnahmen ausreichend sind“. Die Handwaschbecken in den Sanitärräumen der Lernhäuser würden dafür genügen. CARMEN ICK-DIETL