Seit der Kommunalwahl im vergangenen März stellen die Grünen (zusammen mit einem Mitglied der Rosa Liste) die stärkste Fraktion im Münchner Stadtrat. Eine Partei mit Power – gleich so viel Kraft sogar, dass es bei einer ersten Bilanz-Pressekonferenz nach 100 Tagen Grün-Rot niemanden vom „kleinen“ Koalitionspartner SPD an der Seite brauchte. Das unterstrichen die Fraktionsvorsitzenden Anna Hanusch und Florian Roth im Rathaus. „Bei der Jahresbilanz wird das aber sicher anders sein“, erklärte Roth. Die Zeiten, in denen es keine Mehrheiten, dafür aber Frustration gab, seien vorbei. „Jetzt läuft’s.“
Die Corona-Krise habe sich dabei weniger als Bremse denn als Katalysator erwiesen, resümierte das Spitzenduo. Bei Themen, „über die jahrelang diskutiert wurde“, seien nun rasche Entscheidungen möglich gewesen. Wie zum Beispiel bei den sogenannten Schanigärten – Freischankflächen, die vorübergehend auf auf Pkw-Parkplätzen am Straßenrand eingerichtet werden –, von denen es Roth zufolge mittlerweile 411 gibt. „Ein echter Gewinn für die Stadt“, erklärte der Politiker. Die Grünen hätten die Schanigärten schon vor zwei Jahren gefordert. Geht es nach ihnen, wird es die Freischankflächen auf Parkplätzen auch künftig in den Sommermonaten geben.
Gleiches gilt für die temporären Radlwege und die Sommerstraßen, für die sich die Grünen schon seit 2015 eingesetzt hätten. Damals sei der Antrag aber in irgendwelchen Schubladen verschwunden. Schade, findet Roth. Denn: Wie gut das Konzept für die Sommerstraßen bei den Münchner ankomme, würden die 53 Wünsche für weitere Standorte zeigen, die an die Bezirksausschüsse herangetragen wurden.
Weiterer Erfolg in 100 Tagen Grün-Rot: das neue Referat für Mobilität. Hanusch machte klar: „Es braucht eine Verkehrswende für die Stadt.“ nah