Die Wespen sind im Anflug

von Redaktion

Die sommerlichen Temperaturen locken die Münchner nach draußen: In den Biergärten und auf den Terrassen der Stadt lassen sie es sich gut gehen. Doch immer häufiger gesellt sich in die traute Runde ein altbekanntes Summen – die Wespen sind wieder da! Und denen schmeckt eben besonders gut, was auch der Münchner sich gerne gönnt. Wie zum Beispiel einen leckeren Sprizz auf der sonnigen Tambosi-Terrasse. „Die Wespen werden von Tag zu Tag mehr“, sagt Tambosi-Chef Ugo Crocamo.

In der Waldwirschaft (WaWi) in Großhesselohe sind die Wespen schon ordentlich unterwegs. „Am Donnerstag war es besonders schlimm“, erzählt Geschäftsführer Erhard Schneider. „Da waren sie richtig aggressiv.“ Besonders gerne stürzen sich die Insekten auf alles Süße. Aber auch dem Bier sind die Tiere nicht abgeneigt. Deswegen muss auch an der WaWi-Schenke gut aufgepasst werden. Zur Abwehr werden dort mit Nelken gespickte Zitronen verteilt – das soll die Angreifer fernhalten.

Die jetzigen Wespen sind erst der Anfang, befürchtet Hofbräukeller-Wirt Ricky Steinberg. Nach dem milden Winter könnten die Völker schnell wachsen. „Wir werden abwarten müssen“, so Steinberg. Mit Schrecken erinnert er sich an die Wespenplage von 2018. Damals gab es vor den wehrhaften Hautflüglern kaum ein Entkommen.

Die Sorge ist begründet: Das Wespentreiben nimmt erst richtig Fahrt auf, weiß Kammerjäger Tobias Käufl vom Münchner Wespendienst (www.wespendienst.de). „Uns droht eine ähnliche Plage wie 2018“, warnt der Experte. Schuld sei neben dem milden Winter auch der warme Frühling. Die Spezialisten des Wespendiensts sind derzeit rund um die Uhr im Einsatz. Jeder Techniker entfernt bis zu zwölf Nester pro Tag.

Wenn daheim ein Wespennest entdeckt wird, gilt generell: Finger weg! Die Insektenvölker dürfen nicht vernichtet werden, das heißt, es dürfen weder die Tiere verletzt oder getötet, noch die Nester zerstört werden. Daher sollte man einen Spezialisten rufen. Die Feuerwehr ist dafür nur bedingt der richtige Ansprechpartner, sie kümmert sich in erster Linie um Bienenvölker. Nur in besonderen Notfällen rückt sie aus.

Der Münchner Wespendienst bietet die Entfernung zum Festpreis von 149 Euro in ganz Bayern an, inklusive Anfahrt, Material und Arbeitszeit. Und der Wespen-Spaß hat gerade erst begonnen: „Oft sind die Tiere noch bis Oktober aktiv“, erklärt Tobias Käufl. LISA BIRNBECK

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