Die Hitze des Sommers bereitet den Boden für die Schwammerl-Saison. Wer jetzt durch Wälder streift und genau hinschaut, könnte schon fündig werden. Im Perlacher oder Grünwalder Forst, im Forstenrieder Park oder bis nach Gilching hinaus – überall dort fühlen sich die Schwammerl wohl. Doch Vorsicht: Nicht alles, was schmackhaft ausschaut, ist auch genießbar! Pünktlich startet deshalb jetzt das Pilzberatungsangebot der Stadt München in Kooperation mit dem Verein für Pilzkunde. Ihre Funde können Sammler dort ab sofort montags von 10 bis 13 Uhr und von 16.30 bis 18 Uhr in der Implerstraße 9 sowie von 8.30 bis 11.30 Uhr im Pasinger Rathaus Pilzkennern zeigen. Die Beratungen laufen bis zum 12. Oktober.
Doch zunächst gilt es, beim Streifzug durch den Wald den Sammelkorb zu füllen. Ein Quäntchen Glück ist bei der Schwammerl-Suche ein wichtiger Faktor. „Man muss das Wetter genau beobachten und den richtigen Zeitpunkt erwischen“, sagt Georg Dünzl (66) vom Münchner Verein für Pilzkunde. Im Herbst wird es dann einfacher. Das optimale Wetter: „Wenn es schon ein bisschen dampfig ist, es Tau in der Früh gibt und die Temperaturen nicht mehr ganz so hoch sind.“ Die Pilzsaison reicht bis Ende Oktober – „je nach Wetterlage auch bis zu den ersten Nachtfrösten“.
Doch wo gibt’s jetzt die besten Schwammerl-Orte rund um München? Seine Geheimtipps will der Experte logischerweise nicht verraten – die steckt er höchstens den eigenen Kindern. Gute Plätze zum Suchen seien jedoch vor allem dort, wo es länger feucht bleibt. „Da ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man fündig wird“, sagt Dünzl. Und trotzdem bleibt die Jagd immer spannend. „Es kann schon vorkommen, dass dort, wo ich zwei Jahre in Folge immer etwas gefunden habe, plötzlich nichts mehr wächst.“
Im Wald nach Pilzen suchen – und schon ist das Mittagessen gesichert? So einfach ist es leider nicht. „Schätzungsweise gibt es rund 4000 Pilzarten um München, davon essbar sind nur eine Handvoll“, warnt Dünzl. Die Schwammerl-Suche kann schnell gefährlich werden. „Leute verwechseln alles mit allem“, berichtet der Experte. Wer sich nicht auskennt oder nur den geringsten Zweifel hat, sollte keinesfalls einen unbekannten Pilz essen. Auch von Pilz-Apps rät der Experte ab.
Dünzl, ehemaliger Zahnarzt aus Solln, gibt außerdem Führungen bei der Volkshochschule. Sein allerliebstes Schwammerl-Gericht: ein Mix aus Pfifferlingen, Heckenröhrlingen, Steinpilzen und Co.